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Boehringer: Forschen statt fusionieren













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Boehringer: Forschen statt fusionieren
 


Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern Boehringer Ingelheim überlegt sich weitere Fusionen sehr gut. «Wir schließen kleinere Übernahmen nicht aus. Aber generell sehe ich Fusionen nicht als die richtige Strategie für ein forschendes Pharmaunternehmen», sagte Boehringer-Ingelheim-Chef Andreas Barner der Zeitung «Die Welt» (Donnerstag). Übernahmen führten in der Regel zu weniger Innovationen. Derzeit investiere Boehringer 22 Prozent seines Pharmaumsatzes in die Forschung. Barner äußerte sich zuversichtlich zum weiteren Geschäftsverlauf seines Unternehmens: Während im laufenden Geschäftsjahr der Umsatz wegen wichtiger Patentabläufe in den USA stagnieren werde, beginne 2011 wieder eine «neue Wachstumsphase, die der zurückliegenden Dekade ähneln könnte».

Bis 2009 war das 125 Jahre alte Familienunternehmen zehn Jahre lang stärker als der Markt gewachsen. Es gehört zu den 15 größten Pharmakonzernen der Welt. Große Hoffnungen setzt der Familienkonzern auf Pradaxa®. Der Wirkstoff Dabigatranetexilat war 2008 das erste oral verfügbare Antikoagulans. Boehringer hatte im Oktober die Zulassung für das Mittel in den USA erhalten. Umsatzprognosen für das Mittel hat der Konzern bisher nicht genannt. Analysten trauen ihm aber einen Blockbuster-Umsatz zu, also Erlöse in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar und mehr. Neben Pradaxa erwartet der Konzern im kommenden Jahr die Zulassung eines neues Diabetesmittels. Auch zwei Wirkstoffe gegen Krebs stünden kurz vor der Einreichung zur Zulassung.

Auf die Frage, ob das Unternehmen wegen der Gesundheitspolitik über eine Verlagerung von Aktivitäten ins Ausland nachdenke, sagte Barner, Boehringer Ingelheim finde hierzulande exzellente Mitarbeiter. «Wir beschäftigen etwa 30 Prozent unserer insgesamt 42 000 Mitarbeiter in Deutschland.» Boehringer gebe fast 50 Prozent der jährlichen Investitionen und 70 Prozent der Steuern hier aus. Dabei würden nur etwa 6 Prozent der Pharmaumsätze in Deutschland erwirtschaftet.

02.12.2010 l PZ/dpa
Foto: Boehringer Ingelheim
 

 

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