Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Zäpfchen: Mit dem stumpfen Ende voran












DIREKT ZU

 


NACHRICHTEN

 
Zäpfchen: Mit dem stumpfen Ende voran
 


Etwa 3,5 Millionen gesetzlich Versicherte wurden im Jahr 2009 Zäpfchen und andere Arzneimittel verordnet, die in den Darm eingeführt werden. Das ermittelte das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI). «Zäpfchen und andere Arzneimittel für den Darm sind noch immer tabuisiert. Patienten trauen sich aus falscher Scham oft nicht, nach der richtigen Anwendung zu fragen», so Apotheker Dr. Wolfgang Kircher, Mitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). «Mein Rat: Bitten Sie Ihren Apotheker um ein Gespräch ohne ungewollte Zuhörer.»

Fetthaltige Zäpfchen schmelzen bei Körpertemperatur. Sie sollten nicht bei über 25 Grad gelagert werden, sonst kann ihre Trägermasse schmelzen. Ist ein Zäpfchen einmal geschmolzen, darf es auch nach dem Abkühlen nicht mehr angewendet werden. Denn durch das Schmelzen kann das Zäpfchen mit der Verpackung verkleben, der Wirkstoff kann sich ungleichmäßig verteilen oder wird schlechter freigesetzt. Kircher: «Zäpfchen werden oft mit der Spitze voraus eingeführt. Ich empfehle hingegen, sie mit dem stumpfen Ende voran einzuführen, denn so gleiten sie leichter in den Darm. Das ist vor allem für die Anwendung bei Kindern wichtig.» Bei Säuglingen sollten nach der Verabreichung des Zäpfchens zusätzlich die Pobacken einige Minuten zusammengedrückt werden.

Neben den fetthaltigen Zäpfchen gibt es andere Präparate mit einer wasserlöslichen Grundlage. Diese schmilzt nicht, sondern löst sich durch die Flüssigkeit im Enddarm auf. Werden sie unmittelbar vor der Gabe mit Wasser befeuchtet, lassen sie sich leichter einführen und wirken schneller. Zäpfchen sollten grundsätzlich nicht aus ihrer Verpackung herausgedrückt werden, sondern wie eine Banane aus der Folie geschält werden. Notfalls die Verpackung mit einer kleinen Schere aufschneiden. Soll ein Zäpfchen geteilt werden, immer längs (statt quer) teilen. So wird die Dosierung gleichmäßig. Sollen Einläufe (Klysmen) angewendet werden, hängt die richtige Anwendung von der Flüssigkeitsmenge ab. Einläufe über 50 Milliliter sollten vor der Anwendung auf Körpertemperatur aufgewärmt werden. Der Stuhldrang lässt sich vermeiden, wenn die Flüssigkeit langsam und gleichmäßig eingefüllt wird. Bei kleineren Volumina sollte das Klysma nach der Entleerung im Darm mit zusammengedrücktem Arzneimittelbehälter herausgezogen werden. Liegt der Patient auf der linken Seite, kann sich das Medikament vermutlich besser im Dickdarm verteilen.

02.12.2010 l ABDA
Foto: Fotolia/Cuhle-Fotos
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Darmkrebs: Auf Vorsorge und Lebensstil achten

Wer zur Darmspiegelung geht, hat ein rund 90 Prozent niedrigeres Risiko, innerhalb von zehn Jahren an einem Kolon- oder Rektumkarzinom zu...



Masern-Welle in Berlin: Mit Säuglingen zu Hause bleiben

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte riet heute Eltern in Berlin, wegen der starken Masern-Welle mit Säuglingen dort nicht in die...



Lungenkrebs: Grünes Licht für Ceritinib

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Arzneimittelagentur EMA hat sich dafür ausgesprochen, dem Tyrosinkinase-Hemmer...



Laute Musik: WHO fürchtet um Teenager-Ohren

Etwa 1,1 Milliarden Teenager und junge Erwachsene riskieren nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen zu lauter Musik...

 
 

Kava-Kava: BfArM widerrief Zulassung zu unrecht
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die Zulassungen für pflanzliche, angstlösende Arzneimittel mit dem...

Unfälle: ADHS-Patienten haben ein erhöhtes Sterberisiko
Patienten mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) haben eine niedrigere Lebenserwartung und ein zweimal so hohes...

Frühe Exposition kann Erdnussallergie verhindern
Ein früher Kontakt mit Erdnüssen kann bei gefährdeten Kindern eine Erdnussallergie vermeiden. Das ist das Ergebnis der LEAP-Studie...

Pille danach: Bundestag regelt Werbeverbot und Erstattung
Junge Frauen müssen die Pille danach auch künftig nicht selbst zahlen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten, sofern die Betroffene...

Masern: Nachfrage nach Impfstoff stark gestiegen
Insbesondere in Berlin, aber auch in anderen Teilen des Landes ist die Nachfrage nach Masernimpfstoffen stark gestiegen, berichtet heute...

USA: Sanofi erhält Zulassung für Lantus-Nachfolger
Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat dem Präparat Toujeo®, einer U300-Version von Insulin glargin, die Zulassung...

Berlin plant zentrale Impfstelle für Flüchtlinge
Berlin will die Gesundheitsvorsorge für Flüchtlinge verbessern. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales plant dafür bis zum Sommer den...

Medikamentenaustausch: Patient bleibt der Souverän
Soll in der Apotheke ein Präparat auf Rezept ausgetauscht werden, müssen nicht nur Vorschriften der Krankenkassen und des Gesetzgebers...

Steigende Zusatzbeiträge: VdK gegen einseitige Belastung
Der Sozialverband VdK hat die Bundesregierung aufgefordert, höhere Zusatzbeiträge für die gesetzlich Versicherten im kommenden Jahr...

Antikorruptionsgesetz: Keine Gefahr für Kooperationen
Das Bundesjustizministerium (BMJ) sieht Kooperationen im Gesundheitswesen durch das geplante Antikorruptionsgesetz nicht in Gefahr. Das...

BVG erlaubt Apothekern Vermittlung von Arzneimitteln
Apotheker dürfen für ihre Kunden Arzneimittel aus dem europäischen Ausland vermitteln. Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts...

BfArM warnt vor Miracle Mineral Supplement
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stuft die «Miracle Mineral Supplement»-Produkte MMS und MMS2 der Firma...

Seltene Erkrankungen: Pharmaforschung läuft
Immerhin 116 Medikamente gegen seltene Erkrankungen sind seit Inkrafttreten der Orphan-Drug-Verordnung der EU im Jahr 2000 in Europa auf...

IGeL: Meist nutzlos, zum Teil sogar schädlich
Ein Großteil der von Ärzten angebotenen individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) hat für Patienten keinen messbaren Nutzen und ist zum...

Umfragen: Große Mehrheit für eine Masern-Impfpflicht
Rund drei Viertel der Deutschen befürworten Umfragen zufolge eine Impfpflicht für schwere Krankheiten wie Masern. Das zeigen zwei Anfang...

Bayer: Neuer Umsatzrekord und gute Aussichten
Der Pharma- und Chemie-Konzern Bayer blickt zufrieden auf das Jahr 2014 zurück: Umsatz und Ergebnis kletterten auf neue Rekordwerte,...

Leitlinie zu Zwangsstörungen erschienen
Eine S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Zwangsstörungen hat die Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie,...

Initiative: Überversorgung und Behandlungskosten vermeiden
Nicht immer ist medizinisches Handeln am Patienten sinnvoll und notwendig. Um auf die Thematik der Überversorgung aufmerksam zu machen, hat...

Werbeverbot für die Pille danach
Für die rezeptfreie Pille danach soll es ein Werbeverbot geben. Darüber hinaus sollen junge Frauen unter 21 Jahren das Präparat auch in...

Testkäufe in NRW: Apothekerkammer zweifelt Ergebnis an
Nach Schmerzmittel-Testkäufen in 50 öffentlichen Apotheken wirft die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Apothekern vor, ihre Patienten...

Eppendorfer Dialog: «Arzneimittelforschung ist Hürdenlauf»
Welche Auswirkungen haben die weitreichenden innerstaatlichen und EU-rechtlichen Zulassungs- und Nutzenbewertungsrichtlinien auf die...

Medienbericht: Krankenkassen wieder im Minus
Die Gesetzliche Krankenversicherung hat das vergangene Jahr einem Zeitungsbericht zufolge erstmals seit 2008 wieder mit einem Defizit...

Europa: WHO mahnt zu mehr Masern-Impfungen
Mehr als 22.000 Menschen in sieben Ländern haben sich seit Januar 2014 in Europa mit Masern angesteckt. Das bedrohe das Ziel, die Krankheit...

Medikamente aus Ungarn: Pick-up-Modell erneut vor Gericht
Dürfen deutsche Apotheken billigere Arzneimittel aus dem EU-Ausland beziehen und an Kunden weitergeben? Diese Frage beschäftigt am...

Noch mehr Meldungen...