Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

USA: Botox gegen chronische Migräne

NACHRICHTEN

 
USA: Botox gegen chronische Migräne
 


Die Zulassungsbehörde FDA hat Botulinumtoxin A (Botox®) zur Prävention von Kopfschmerzen bei chronischer Migräne in den USA zugelassen. Die Behörde weist ausdrücklich darauf hin, dass nur Patienten für eine Therapie infrage kommen, die an mehr als 14 Tagen im Monat unter Migränekopfschmerzen leiden. Für die Wirksamkeit des bakteriellen Toxins bei weniger häufigen Kopfschmerzen gebe es keine Belege. Die Applikation erfolgt laut Hersteller Allergan etwa alle zwölf Wochen. Dabei setzt ein Spezialist insgesamt 31 Injektionen mit 155 Einheiten des Toxins an sieben definierte Stellen an Kopf und Hals. Botulinumtoxin A ist als Botox® gegen Falten berühmt geworden, wird jedoch bereits seit Ende der 1980er-Jahre in mittlerweile 21 medizinischen Indikationen eingesetzt.

Die Zulassung zur Migräneprophylaxe erfolgte auf Basis der Daten aus zwei klinischen Studien. An den placebokontrollierten, doppelblinden PREEMPT-Studien nahmen 1384 Erwachsene in 122 US-amerikanischen Zentren teil. Nach 24 Wochen Behandlung reduzierten sich die Migränetage um 7,8 und 9,2 Tage in der Botox-Gruppe gegenüber 6,4 und 6,9 unter Placebo. In Stunden ausgedrückt hatten die mit Botox behandelten Patienten 107 und 134 Stunden weniger Kopfschmerzen im Vergleich zu 70 und 95 weniger Stunden in der Kontrollgruppe. Zu den Nebenwirkungen zählen Kopf- und Nackenschmerzen, Migräne und Gesichtslähmung, hängende Augenlider, Bronchitis sowie Steife, Schwäche, Schmerzen und Spasmen von Muskeln. Diese traten bei mehr als 2 Prozent der Verum- und häufiger in der Placebogruppe auf. Bei etwa 1 Prozent der mit Botox behandelten Patienten kam es in der ersten Woche zu so einer Verschlechterung der Migräne, dass die Patienten ins Krankenhaus mussten, gegenüber 0,3 Prozent unter Placebo. Insgesamt sei die Therapie laut Hersteller gut verträglich. Die Abbrecherquote der Studien lag bei 4 versus 1 Prozent. (db)

19.10.2010 l PZ
Foto: Fotolia/Rinder
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


EU: Deutschland tut nicht genug gegen Tabakkonsum

Deutschland tut aus Sicht der EU-Kommission zu wenig gegen den Tabakkonsum. Die Bundesrepublik zähle zu den EU-Staaten, «die nicht den...



Reizdarm: Zwei Wirkstoffe in den USA zugelassen

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat zwei Wirkstoffe zur Behandlung des Reizdarm-Syndroms mit Durchfall zugelassen. Eluxadolin...



E-Zigaretten: Bei Jugendlichen im Trend

Immer weniger Jugendliche rauchen, aber immer mehr probieren E-Zigaretten. Darauf hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung...



Hepatitis C: Wer braucht die neuen Mittel am dringendsten?

Die neuen Hepatitis-C-Medikamente erzielen höhere Heilungsraten bei besserer Verträglichkeit als ältere Therapieoptionen, sind jedoch mit...

 
 

Onkolytische Viren: Mit Herpes gegen Hautkrebs
Noch in diesem Jahr könnte erstmals ein onkolytisches Virus in Europa und den USA auf den Markt kommen. Zumindest liegen jetzt die...

Merkel will Europa als starken Pharmastandort
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Europas Pharmaindustrie im Wettbewerb mit der US-Konkurrenz Mut zugesprochen. «Wir sollten in...

Jugendliche: Eltern und Freunde als Alkohol-Quellen
Jugendliche versorgen sich einer neuen Studie zufolge vor allem bei ihren Eltern und Freunden mit Alkohol. Supermärkte spielen nur eine...

Studie bestätigt Thrombose-Risiko neuerer Kontrazeptiva
Antibabypillen mit neueren Gestagenen bergen ein fast doppelt so hohes Thrombose-Risiko wie kombinierte hormonelle Kontrazeptiva mit den...

Preis: Apotheken-Honorierung muss angepasst werden
Thomas Preis fordert eine schnelle Anpassung des Apothekenhonorars. Die Apotheken könnten nicht wieder zehn Jahre warten, bis ihre...

Noch mehr Meldungen...












DIREKT ZU