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Deutscher Apothekertag: Pharmazeutische Perspektiven

POLITIK

 
Deutscher Apothekertag

Pharmazeutische Perspektiven


Von Daniel Rücker / Die beiden Arbeitskreise des Deutschen Apotheker-tages am 8. Oktober stellen in diesem Jahr die Pharmazie in den Mittelpunkt. Im ersten diskutiert ABDA-Geschäftsführerin Dr. Christiane Eckert-Lill mit sechs Experten über den Zukunftsberuf Apotheker. Ein Thema, dass nicht nur Apothekertagsdelegierte interessieren sollte.

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PZ: Ihr Arbeitskreis hat das Thema Zukunftsberuf Apotheker. Worüber werden Sie konkret diskutieren?

 

Eckert Lill: Es ist ja viel die Rede von den immer mehr Menschen, die immer älter werden und natürlich von den Herausforderungen, die diese Entwicklung an die Gesellschaft stellt. Dies betrifft auch die Arzneimitteltherapie, die gerade bei älteren, multimorbiden Menschen sehr komplex, somit nicht nur beratungsbedürftig, sondern betreuungsintensiv ist. Und dies zu leisten, ist Aufgabe der Apothekerinnen und Apotheker. Es ist derzeit aber vielen noch nicht bewusst, dass wir immer weniger jüngere Menschen haben werden. Wir werden uns daher in naher Zukunft sicher intensiver darum bemühen müssen, ausreichend Nachwuchs zu gewinnen.

 

PZ: Mit wem werden Sie diskutieren?

 

Eckert-Lill: Das Impulsreferat wird Herr Dr. Harald Michel vom Institut für Angewandte Demografie in Berlin halten. Er wird uns einem Überblick über die Folgen der demografischen Entwicklung geben. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich diesem Vortrag eine rege Diskussion sowohl auf dem Podium als auch im Plenum anschließen wird.

 

An dem Podium werden als Vertreter der Berufspraxis teilnehmen: Frau Erika Fink, die Präsidentin der Bundesapothekerkammer und der Landesapothekerkammer Hessen; Stephanie Freifrau Schauff von Werder als Vertreterin der Offizin-Apotheker und der Leiter der Apotheke des Universitätsklinikums Erlangen Dr. Frank Dörje. Er ist auch Mitglied des Vorstands der Bayerischen Landesapothekerkammer. Professor Dr. Bernd Clement, Vorsitzender des pharmazeutischen Hochschullehrerverbands, und die Präsidentin des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden, Maria-Christina Scherzberg, vertreten die Lehre und die »Lernenden«.

 

PZ: Mit einem Hochschulprofessor und einer Pharmaziestudentin spielt die Ausbildung des pharmazeutischen Nachwuchses eine bedeutende Rolle im Arbeitskreis. Warum ist das Thema so wichtig?

 

Eckert-Lill: Die Basis jedweder qualifizierten Berufsausübung ist die Ausbildung. Wenn wir auch in Zukunft ausreichend Nachwuchs haben wollen, dann müssen sowohl der Beruf als auch die Ausbildung, die ja Voraussetzung für den Zugang zum Beruf ist, attraktiv sein. Auch wenn sie naturgemäß keine Berufspraxis vermitteln kann, muss die Ausbildung doch die Grundlagen dafür legen. Ich sehe dabei noch Potenziale im Bereich der Klinischen Pharmazie. Dies gilt sowohl für die universitäre Ausbildung, aber auch für die praktische Ausbildung im dritten Ausbildungsabschnitt. Darüber müssen wir diskutieren.

 

PZ: Gute Qualität und deren Sicherung ist eine zentrale Anforderung an die Arbeit in den Apotheken. Welche Botschaften erhoffen Sie sich von der Diskussion?

 

Eckert-Lill: Die Herstellung von Rezepturen, die Information und Beratung und die Betreuung der Patienten sind Leistungen, die die Apothekerinnen und Apotheker individuell für den Patienten erbringen. Individuell bedeutet aber nicht »nach Belieben«. Es sind Standards, wie wir sie mit den Leitlinien der Bundesapothekerkammer haben, einzuhalten, sodass eine gute und reproduzierbare Qualität gewährleistet ist. Diese Kernbotschaft erhoffe ich mir vom Arbeitskreis.

 

PZ: Die Weiterentwicklung des Berufsbildes steht ebenfalls auf der Agenda. Geht es dabei mehr um die Ausweitung der Tätigkeitsfelder oder um Veränderungen der bisherigen Arbeit?

 

Eckert-Lill: Primär geht es sicher um die Weiterentwicklung der bisherigen Tätigkeitsbereiche. Für die Offizin-Apotheker sind dabei die demografische Entwicklung, aber auch neue Arzneimitteltherapien sicher die größten Herausforderungen. Um bei der demografischen Entwicklung zu bleiben: Wie gewährleisten wir in strukturell ausgedünnten Gegenden, in denen aber viele ältere Menschen leben, eine optimale Arzneimittelversorgung? Da sind Konzepte gefragt, die auf die ärztlichen Versorgungsstrukturen in diesen Gegenden abgestimmt sind. Optimale Arzneimittelversorgung heißt aber auch, dass wir die Patienten bei ihrer Arzneimitteltherapie begleiten. Dass dies nicht trivial ist, zeigt beispielhaft die aktuell veröffentlichte PRISCUS-Liste mit potenziell inadäquaten Arzneistoffen für ältere Menschen.

 

PZ: Die Hauptversammlung steht allen Apothekern offen. Warum sollten Apotheker, die die Expopharm besuchen, an dem Arbeitskreis teilnehmen?

 

Eckert-Lill: Das Thema »Zukunftsberuf Apotheker« betrifft nicht nur unseren Nachwuchs, sondern alle Apothekerinnen und Apotheker. Wer seine Zukunft aktiv mitgestalten will, muss sich damit aus- einandersetzen. Deshalb ist es auch für Nicht-Delegierte wichtig, an diesem Arbeitskreis teilzunehmen. /


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Beitrag erschienen in Ausgabe 37/2010

 

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