Für die sichere Anwendung induzierter pluripotenter Stammzellen (iPS-Zellen) in der Therapie braucht es weitere Forschungen. «Die modifizierten Stammzellen bieten faszinierende Chancen, sind in der Praxis aber noch nicht ausgereift», sagte der Heidelberger Immunologe Professor Hans-Reimer Rodewald beim Internationalen Stammzellkongress in Dresden der Nachrichtenagentur dpa. Die iPS-Zellen entstehen aus Körperzellen, die in einen frühen Zustand zurückprogrammiert werden. Sie sollen einmal die ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen ersetzen. «Ihre Gewebeverträglichkeit ist ein wichtiges Argument für diese Zellen», sagte Rodewald. Ein Problem sei aber, dass sie möglicherweise zur Tumorbildung beitragen.
Rodewald hält Therapien mit iPS-Zellen künftig bei Alzheimer, Parkinson, Diabetes oder Blutkrankheiten für möglich. Bisher sei die Forschung aber in einem Stadium, wo sie die Zellen als Werkzeuge nutze, um Krankheiten besser zu verstehen. Mit Ausnahme der Knochenmarktransplantation gebe es noch keine praktische Anwendung für Stammzellen. Mit echten Fortschritten und Erfolgen für Patienten rechnet Rodewald erst in zehn Jahren. Als nächstes werde wohl die Gentherapie im Knochenmark gelöst, sagte der von der Universität Ulm ans Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg wechselnde Forscher. Dabei könnten Immundefekte gezielt in entnommenen Knochenmark-Stammzellen korrigiert und diese dann zurücktransplantiert werden. «Das kann in den nächsten fünf Jahren passieren.»
13.07.2010 l dpa
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