Für Medikamente wird nirgendwo in Deutschland so viel Geld ausgegeben wie in Mecklenburg-Vorpommern. Die Arzneimittelkosten der Krankenkassen betrugen dort im vorigen Jahr 516,10 Euro je Versichertem, noch einmal 3,32 Euro mehr als 2008, wie die Ersatzkassen-Landesvertretung heute in Schwerin mitteilte. Damit lägen die Kosten im Nordosten mehr als 16 Prozent über dem Bundesschnitt von 443,66 Euro. Die wenigsten Arzneimittelausgaben habe Bayern mit 379,78 Euro. Brandenburg liege mit 408,76 Euro unter dem Bundesschnitt, auch wenn dort, wie in Mecklenburg-Vorpommern, viele alte Menschen leben.
Im Nordosten werde häufig und teuer verordnet, sagte der Leiter der Ersatzkassen-Landesvertretung, Karl Nagel. Mit zehn Verordnungen je Versichertem liege Mecklenburg-Vorpommern bundesweit an zweiter Stelle. Auch sei der Euro-Wert je Verordnung mit 50,53 Euro deutlich höher als der Bundesdurchschnitt von 46,08 Euro. Die Ersatzkassen-Vertretung appellierte «dringend» an die Ärzte im Land, Medikamente preisbewusster zu verschreiben. «Dass das möglich ist, zeigen zum Beispiel die Anstrengungen der Kassenärztlichen Vereinigung in Hessen», so Nagel. «Diese hat es geschafft, durch eine straff organisierte Beratung ihrer Ärzte von einst hohen Arzneimittelausgaben auf ein Niveau weit unter dem Bundesdurchschnitt zu kommen.»
26.05.2010 l dpa
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