Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Lang wirkende Insulinanaloga nicht mehr auf GKV-Kosten

NACHRICHTEN

 
Lang wirkende Insulinanaloga nicht mehr auf GKV-Kosten
 


Lang wirkende Insulinanaloga stehen für gesetzlich versicherte Typ-2-Diabetiker grundsätzlich nicht mehr zur Verfügung. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) in Berlin beschlossen. Allerdings muss das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) die Entscheidung noch überprüfen. Sie betrifft die Wirkstoffe Insulin Glargin und Insulin Detemir. «Sie kosten deutlich mehr als Humaninsulin, ohne aber einen Zusatznutzen zu bringen», sagte Dr. Rainer Hess, unparteiischer Vorsitzender des GBA, bei einem Pressegespräch. Dies belegten Untersuchungen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Von der Regelung ausgenommen sind Patienten, die gegen Humaninsulin allergisch sind, beziehungsweise trotz intensivierter Insulintherapie ein hohes Risiko für schwere Unterzuckerungen aufweisen. «Die Entscheidung darüber muss der Arzt individuell treffen», sagte Hess. «Wenn er zu vielen Patienten lang wirkende Insulinanaloga verordnet, steigt sein Risiko für einen Regress.» Hess appellierte an die pharmazeutischen Hersteller, die Preise der Präparate auf das Niveau von Humaninsulin zu senken, zum Beispiel durch den Abschluss von Rabattverträgen. «Dann sind die Insulinanaloga ohne neuen GBA-Beschluss umgehend wieder auf Kassenkosten verordnungsfähig.» Gelungen sei dies bei den schnell wirkenden Insulinanaloga, die der GBA 2006 aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung gestrichen hatte und für die inzwischen viele Rabattverträge bestehen. (bs)

19.03.2010 l PZ
Foto: Fotolia/Luger
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Hepatitis C: Zwei neue Mittel zur Zulassung empfohlen

Epclusa® und Zepatier® heißen zwei neue Arzneimittel, die aller Voraussicht nach bald die therapeutischen Optionen...



Arzneiformen für Kinder: Todesurteil für die Parabene

Kommt jetzt das Aus für die Parabene? Professor Dr. Jörg Breitkreutz (Foto) vom Institut für Pharmazeutische Technologie der...



ASS bei Kindern: Das muss kein Fehler sein

Viele wissen, dass der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) wegen der Gefahr des Reye-Syndroms bei Kindern nicht eingesetzt werden sollte....



Generika: EU-Parlament will Produktion stärken

Das EU-Parlament will den Generikamarkt stärken und hat die EU-Kommission zu einer entsprechenden Gesetzesänderung aufgefordert. Das teilte...

 
 

Phase-I-Studien: EMA überarbeitet Vorschriften
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) stellt die Vorschriften auf den Prüfstand, die gelten, wenn Arzneistoffe zum ersten Mal an...

Chronische Sinusitis: Nasen-Mikrobiom ist nicht schuld
Die Zusammensetzung der Bakterien in der Nasenhöhle unterscheidet sich bei Menschen, die an einer chronischen Entzündung der...

Tierhaltung: EMA will Colistin-Einsatz beschränken
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) will dafür sorgen, dass der veterinärmedizinische Einsatz des Antibiotikums Colistin in Europa...

Heimversorgung: Lagerraum als Arbeitsstätte zulässig
Apotheken dürfen die Heimversorgung auch von einem externen angemieteten Lagerraum aus regeln. Das hat das Bundesverwaltungsgericht...

Polymedikation bei Senioren: Merkkarte unterstützt Apotheker
Senioren haben grundsätzlich ein höheres Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen als jüngere Menschen, weil sie häufig mehrere...

Ärzte gegen Übergewicht: Softdrink-Steuer soll Trend stoppen
Im Kampf gegen Übergewicht haben Ärzte eine Softdrink-Steuer, mehr Schulsport und Ernährungskunde als Unterrichtsfach vorgeschlagen. Mehr...

Noch mehr Meldungen...













DIREKT ZU