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Schub für Spermien

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Schub für Spermien


PZ / Forscher haben den molekularen Schalter gefunden, der die Beweglichkeit von Spermien aktiviert, wenn sie in den weiblichen Genitaltrakt gelangen. Es handelt sich um eine Protonen-Pore mit dem Namen Hv1, berichten Yuriy Kirichok und Kollegen von der Universität in San Francisco im Fachjournal »Cell« (doi: 10.1016/j.cell.2009.12.053). Im sauren Milieu des Hodens sind Spermien unbeweglich. Sobald sie in das basische Umfeld des weiblichen Genitaltrakts gelangen, bewegen sie sich mittels Geißelschlag Richtung Ei. Die Initialzündung hierfür ist das Öffnen der Hv1-Pore in der äußeren Membran der Spermien. Dabei werden Wasserstoffionen, die im Spermium in tausendfach höherer Konzentration vorliegen als im Umfeld des weiblichen Genitaltrakts, nach außen entlassen, berichten die Forscher. Ihren Untersuchungen zufolge lässt sich dieser Mechanismus durch Zink hemmen, das in hoher Konzentration im Hoden vorkommt und dort vermutlich genau diese Funktion erfüllt. Aktivieren lassen sich die Spermien dagegen durch Endocannabinoide, die auch von der Eizelle gebildet werden und die Spermien in ihrer Umgebung vermutlich mobilisieren sollen. Marihuana, das schon länger mit männlicher Unfruchtbarkeit in Zusammenhang gebracht wird, aktiviert die Spermien schon im Hoden, wo sie nach einigen Stunden dann absterben.


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Beitrag erschienen in Ausgabe 06/2010

 

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