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Brinzolamid|Azopt®|67|2000

NEUE ARZNEISTOFFE

 
67 Ophthalmika


Brinzolamid (Azopt® Augentropfen; Alcon Pharma)

 

 

Seit 1. April 2000 steht mit Brinzolamid in einer einprozentigen wässrigen, mit Benzalkoniumchlorid konservierten und auf den physiologischen pH-Wert eingestellten Suspension der zweite lokal anwendbare Carboanhydrasehemmer zur Verfügung. Wie der erste Vertreter Dorzolamid (Trusopt®) ist der neue Stoff zugelassen zur Behandlung des erhöhten Augeninnendrucks bei Offen(Weit-)-winkelglaukom zur Monotherapie oder in Kombination mit einem Betablocker, zum Beispiel Timolol. In der Monotherapie wird zweimal täglich ein Tropfen der Suspension ins Auge gegeben (Dorzolamid: dreimal täglich).

 

Brinzolamid ist wie Dorzolamid ein Sulfonamid-Derivat. Beide Stoffe hemmen das im Auge dominierende Isoenzym II der Carboanhydrase. Dadurch sinkt die Kammerwasserproduktion und in der Folge der Augeninnendruck. Brinzolamid wird nach lokaler Gabe systemisch aufgenommen und bindet bevorzugt an die Carboanhydrase II in Erythrozyten. Die Plasmaspiegel des Arzneistoffs und seines N-Desethyl-Metaboliten sind niedrig. Beide Stoffe werden vorwiegend renal ausgeschieden.

 

Die Augendruck senkende Wirkung von Dorzolamid und Brinzolamid war in Studien vergleichbar; 75 bis 80 Prozent der Patienten sprachen auf die Therapie an. Auch in Kombination mit Timolol ergab sich kein signifikanter Unterschied. Jedoch klagten deutlich weniger Patienten nach der Brinzolamid-Applikation über Brennen und Stechen in den Augen. Andere beobachtete Nebeneffekte sind kurzzeitig verschwommenes Sehen, Rötung der Bindehaut oder bitterer Geschmack.














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