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Rezeptoren: Warum manche Antidepressiva nicht wirken

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Rezeptoren: Warum manche Antidepressiva nicht wirken

PZ / Bei über der Hälfte aller Patienten zeigen selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) keine Wirksamkeit oder schlagen nicht sofort an. Einen möglichen Grund dafür könnten nun amerikanische Forscher in Tierversuchen entdeckt haben: Die Betroffenen haben vermutlich zu viele Serotonin-Autorezeptoren in einer Hirnregion, die der Medikamentenwirkung »entgegenarbeitet« (Neuron 65, 2010, 40). Die Rezeptoren haben die Aufgabe, den Serotoninspiegel zu überwachen und zu steuern: Wenn sie von Serotoninmolekülen aktiviert werden, drosseln sie die Neuproduktion des Botenstoffs. Je mehr Rezeptoren ein Mensch in dieser Hirnregion hat, desto geringere Serotoninspiegel reichen aus, um die Neubildung zu unterdrücken. Insofern bestand schon lange die Vermutung, dass Menschen, die sehr viele dieser Autorezeptoren besitzen, schlechter auf Antidepressiva ansprechen. Das Team um Jesse W. Richardson-Jones veränderte nun Mäuse gentechnisch derart, dass sie deren Zahl an Autorezeptoren im Gehirn gezielt erhöhen und verringern konnten. Und tatsächlich: Mäuse mit überdurchschnittlich vielen Autorezeptoren reagierten kaum oder gar nicht auf einen SSRI. Wurde die Zahl jedoch gesenkt, stellte sich die Wirkung relativ schnell ein. Auf Basis dieser Erkenntnisse könnte nach selektiven Hemmstoffen der Autorezeptoren geforscht werden.


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Beitrag erschienen in Ausgabe 03/2010

 

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