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MS-Therapie: Erstmals Tabletten statt Injektion

Das Pharmaunternehmen Merck hat bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMEA den Antrag auf Zulassung für Cladribin-Tabletten zur Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose (MS) eingereicht. Damit könnte erstmals eine orale Formulierung zur krankheitsmodifizierenden Therapie auf den Markt kommen. Alle derzeit für MS zugelassenen krankheitsmodifizierenden Medikamente müssen per Injektion verabreicht werden. Cladribin ist ein Purin-Nukleosid-Analogon, das vermutlich die Proliferation von weißen Blutkörperchen, insbesondere der Lymphozyten, beeinflusst, die am pathologischen Prozess der MS beteiligt sind. Der Antrag stützt sich auf die Ergebnisse der CLARITY-Studie mit 1326 MS-Patienten. In der Phase-III-Studie reduzierten Cladribin-Tabletten laut Unternehmen signifikant die auf ein Jahr bezogene Schubrate gegenüber Placebo (primärer Endpunkt). Die Effekte hielten über die Studiendauer von zwei Jahren an und im Vergleich zu Placebo ergaben sich relative Verringerungen der jährlichen Schubraten um mehr als 50 Prozent für die mit Cladribin-Tabletten behandelten Patienten. Mit der Zulassung sei bestenfalls Ende 2010, vermutlich Anfang 2011 zu rechnen. (kg)

 

23.07.2009 l PZ

Foto: Fotolia/Pfluegl



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