Govi-Verlag
Mylan dura

NEUE ARZNEISTOFFE

67 Ophthalmika


Loteprednoletabonat (Lotemax®) Augentropfen, Dr. Mann Pharma

 

 

Zur Behandlung von Entzündungen nach operativen Eingriffen am Auge kam die Augentropfensuspension mit dem Corticosteroid Loteprednoletabonat (5 mg/ml) auf den Markt. Der Arzneistoff gehört zu den Corticosteroiden, die eine stark entzündungshemmende Wirkung direkt am Applikationsort entwickeln, aber nur geringeres Potenzial haben, den Augeninnendruck zu steigern.

 

Loteprednoletabonat ähnelt strukturell dem Prednisolon und wurde aus dem inaktiven Hydrocortison-Metaboliten D1-Cortiensäure entwickelt. Es ist ein 17b-Chloromethylester, dem unter anderem die Ketogruppe an C-20 fehlt, die mit der Entstehung von Katarakten in Verbindung gebracht wird. Nach der Applikation wird der hoch lipophile Ester, der gut in die Cornea penetriert, rasch zu den inaktiven Metaboliten D1-Cortiensäure-Etabonat und D1-Cortiensäure gespalten. In einer Bioverfügbarkeitsstudie mit 14 Probanden, die das Medikament zwei Tage achtmal täglich und dann 42 Tage zweimal täglich eintropften, lagen die systemischen Spiegel des Wirkstoffs und seines Hauptmetaboliten unter der Nachweisgrenze.

 

Die klinischen Studien zur Wirksamkeit stammen entweder aus den 1990er-Jahren oder sind nicht in wissenschaftlichen Journalen veröffentlicht. In zwei Studien an 424 Patienten mit Entzündungen nach Kataraktoperation mit Linsenimplantation war der Arzneistoff einem Placebo signifikant überlegen: Die Entzündung sowie objektive und subjektive Symptome klangen schneller ab. In einer zusammenfassenden, 1998 publizierten Analyse von 2210 Patienten, die Steroid-Augentropfen in Studien länger als 28 Tage anwendeten, wurde das Risiko einer Augendrucksteigerung (10 mmHg oder mehr) erfasst. Betroffen waren 2 Prozent der Patienten unter Loteprednoletabonat, 0,5 Prozent unter Placebo und 7 Prozent unter Prednisolonacetat.

 

Häufige Nebenwirkungen am Auge sind Sehstörungen, Jucken und Brennen, tränendes oder trockenes Auge, Fremdkörpergefühl oder Photophobie. Die Tropfen dürfen laut Fachinformation nicht länger als zwei Wochen appliziert werden.


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