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Kooperationen: Imagepflege mit starkem Partner

WIRTSCHAFT UND HANDEL

 
Kooperationen

Imagepflege mit starkem Partner

Von Uta Grossmann

 

Im Kreis der Kooperationen gehört Vivesco mit über 1100 Mitgliedsapotheken zu den Großen. Nun feiert die Anzag-Tochter ihren fünften Geburtstag. Die PZ hat bei Vivesco-Apothekern nachgefragt, warum sie Mitglied dieser Kooperation sind.

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Vivesco (lateinisch vivescere: zum Leben erwachen, kräftig werden) gehört zu den Kooperationen, die an einen Großhändler gebunden sind, in diesem Fall an die Frankfurter Andreae-Noris Zahn AG (Anzag). Wer sich für diese Kooperation entscheidet, schätzt in der Regel die Sicherheit eines starken Partners, günstige Einkaufskonditionen und Marketing-Dienstleistungen. Außerdem profitieren die Apotheker vom Know-how des börsennotierten Pharmaunternehmens.

 

Die Mitglieder sind als stille Gesellschafter am Gewinn der Kooperation beteiligt. Die Apotheker behalten ihre unternehmerische Eigenständigkeit und Individualität, und sie bestimmen über einen Beirat und Ausschüsse mit, welche Projekte und Konzepte sinnvoll und mit dem Apotheken-Alltag vereinbar sind.

 

»Vivesco ist die einzige eigenständige Gesellschaft im Apothekenmarkt, an der mit der Anzag ein unabhängiger, leistungsfähiger Pharmagroßhändler als starker Partner beteiligt ist und bei der die einzelnen Apotheken-Inhaber gleichzeitig als Gesellschafter über ein großes Maß an Mitbestimmung verfügen«, so Vivesco-Geschäftsführer Armin Hirth.

 

Markt wird sich weiter verändern

 

Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs, Yves Bot, hat sich klar für den Erhalt des Fremdbesitzverbotes in Deutschland ausgesprochen. Können sich die Apotheker also beruhigt zurücklehnen? Keineswegs, findet Hirth. »Wir sind mit dieser Tendenz und dem klaren Bekenntnis zur selbstständigen Apotheke sehr zufrieden«, sagte der Vivesco-Geschäftsführer. »Doch wir sehen darin kein Signal, unsere Maßnahmen zur Unterstützung der Apotheke einzuschränken. Denn der Arzneimittelmarkt wird sich weiter mit großer Dynamik verändern: Akteure wie Drogeriemärkte und der Lebensmitteleinzelhandel werden nach wie vor versuchen, im Markt Fuß zu fassen. Der Kostendruck im Gesundheitswesen wird noch merklich zunehmen, die Ansprüche der Verbraucher an die Arzneimittelversorgung und Beratung sowie Prävention werden weiter steigen«, lautet Hirths Prognose.

 

Apotheker Horst Jakobi, Vorsitzender des Vivesco-Beirats, glaubt, dass die Apotheken in dieser Situation einen starken Partner brauchen. »Die Vivesco bringt dafür die idealen Voraussetzungen mit: mehr als fünf Jahre Erfahrung in der Organisation, Steuerung und Führung einer unternehmerisch geprägten Kooperation. Damit hat die Vivesco einen deutlichen Vorsprung gegenüber jedem neuen Konzept«, findet er. »Dort, wo die Vivesco heute steht, wollen andere mittel- und langfristig erst noch hin«, so Jakobi.

 

Die Anzag stellt sich zum fünften Geburtstag der Vivesco ausdrücklich hinter ihre Kooperation. Anzag-Vorstandsvorsitzender Dr. Thomas Trümper bekräftigte, dass die Anzag auch in Zukunft den Kurs der Kooperation »voll und ganz unterstützen« werde. »Denn wir glauben an den langfristigen Erfolg des Kooperationsgedankens und an die Partnerschaft mit der selbstständigen Apotheke«, so Trümper.

 

Apotheker Kristian Kahl ist der Kooperation im Gründungsjahr 2004 beigetreten, als das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG) in Kraft trat. Kahl ist Inhaber der Elsen-Apotheke in Berlin-Lichtenberg und der Adler-Apotheke ganz in der Nähe. 2004 machte er sich wie viele seiner Kollegen Sorgen um die Zukunft und suchte Anschluss an eine starke Gemeinschaft. Sein guter Kontakt zur Anzag legte es nahe, der Vivesco beizutreten. Kahl gefällt, dass die Kooperation viel Wert auf Gesundheitsvorsorge legt. Außerdem sei der Marketingauftritt professionell und sympathisch.

 

Radeln in der Offizin

 

Sportliche Aktionen wie jene, bei der die Kunden auf einem Standfahrrad in der Apotheke Kilometer erradelten, kommen gut an in seiner Kiez-Apotheke. Manche Lichtenberger schauen eigens wegen der Kundenzeitschrift »Vive« vorbei. Das bundesweite Marketing hat zwar auch Nachteile, etwa wenn Warenpakete geschnürt werden. »Bei manchen Produkten weiß ich schon vorher, dass sie hier bei mir nicht laufen«, sagt Kahl. Lichtenberg liegt im ehemaligen Ostteil Berlins und es gibt nach wie vor Unterschiede im Kaufverhalten zwischen Ost und West.

 

Mit einem regionalen Marketing versucht die Vivesco, hier gegenzusteuern. Apotheker Martin Busse hat damit gute Erfahrungen gemacht. Busse ist Inhaber der Schwan-Apotheke in Schwanewede und seit 2006 Vivesco-Mitglied. Er schätzt die Möglichkeit der Mitbestimmung bei den Marketing-Aktionen und deren gute Organisation - »da wird uns viel abgenommen«. Als Beispiel nennt der Apotheker Anzeigen zu saisonalen Schwerpunkten wie Erkältung, die die 17 Vivesco-Apothekerinnen und -Apotheker in und um Bremen in Tageszeitungen schalten, mit den Anschriften aller Apotheken und Fotos ihrer Inhaber. Ein gutes Mittel zur Imagepflege, findet Busse. Mal verteilen die Vivesco-Apotheker gesunde Äpfel an die Kunden, mal beteiligen sie sich an wohltätigen Aktionen wie zuletzt für herzkranke Kinder. Unter dem Motto »Bewegen Sie Herzen« sammelten die Apotheker 65.000 Euro zugunsten des Vereins »Kinderherzen wollen Leben«, der das Kinderherzzentrum am Universitätsklinikum Kiel unterstützt.

 

Soziale Komponente

 

Die soziale Komponente der Vivesco-Aktionen findet auch Apothekerin Nicole Massolle gut. Massolle ist Inhaberin der Apotheke Kattenesch in Bremen und einer Filiale im Bremer Ärztezentrum Viamiko. Sie ist seit der Gründung der Vivesco Mitglied. Zunächst hätten schlicht die günstigen Einkaufsbedingungen den Ausschlag zum Beitritt gegeben, erzählt sie. Außerdem bewogen die Entwicklungen in der Gesundheitspolitik und die Gefahr der Bildung von Apothekenketten sie dazu, sich einer größeren Gruppe anzuschließen.

 

Als Mitglied der regionalen Vivesco-Gruppe in Bremen nutzt auch sie die Möglichkeit, Einfluss auf die Marketing-Aktionen zu nehmen. Die Mitbestimmung bringt hin und wieder längere Entscheidungsprozesse über die Frankfurter Zentrale mit sich. So antwortet Apothekerin Massolle auf die Frage, ob es denn auch etwas zu verbessern gebe: »Die Wege könnten manchmal etwas kürzer sein.«


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Beitrag erschienen in Ausgabe 05/2009

 

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