Govi-Verlag
Mylan dura

NEUE ARZNEISTOFFE

08 Antianämika


Epoetin delta, Dynepo® (Shire Deutschland)

Seit März 2007 ist mit Epoetin delta das erste Erythropoetin (EPO) aus Humanzellen auf dem Markt. Es ist als Injektionssuspension in Fertigspritzen in den Stärken von 2000 IE/ml bis 20.000 IE/ml erhältlich. Dynepo ist zugelassen zur Behandlung einer Anämie bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz. Dabei kann das Medikament sowohl bei Dialyse-Patienten als auch Patienten ohne Dialyse angewendet werden.

 

Rekombinante EPO-Varianten wie Epoetin alpha und beta werden in Ovarialzellen des Chinesischen Hamsters gewonnen. Damit entspricht zwar die Aminosäuresequenz dem humanen Epoetin, die Kohlenhydratseitenketten des Glykoproteins Epoetin (Glykosylierungsmuster) sind jedoch wirtzelltypisch und insofern Hamsterzell-typisch.

 

Epoetin delta wird in einem patentierten Herstellungsverfahren auf der Basis einer humanen Hautzell-Linie produziert. Durch Einbringung eines zusätzlichen Steuerungsabschnitts wird das endogene humane Epoetin-Gen aktiviert. Da die Glykosylierung nun auch in einer humanen Zelle erfolgt, führt diese Technologie zu einer identischen Anzahl Polysaccharidketten mit humanem Profil.

 

Die Wirkung von Epoetin delta entspricht derjenigen des endogenen Hormons, da selektiv dessen Rezeptoren aktiviert werden. Erythropetin aktiviert im Knochenmark die Bildung roter Blutkörperchen. Der Wirkstoff kann intravenös oder subcutan verabreicht werden. Die Anfangsdosis beträgt 50 IE/kg Körpergewicht.

 

Die Zulassung beruht auf zwei Phase-III- Studien mit mehr als 1200 Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz. In einer der beiden Studien wurde intravenös verabreichtes Dynepo mit Epoetin alfa verglichen. In der anderen Studie wurden drei unterschiedliche Dosierungsschemata von subcutan verabreichtem Epoetin delta verglichen. Hauptindikator für die Wirksamkeit war die Zunahme der Hämoglobinkonzentrationen durch Epoetin delta. Dynepo war in Bezug auf die Erhöhung der Hämoglobinkonzentrationen genauso wirksam wie Epoetin alfa. Es zeigte sich hinsichtlich der Wirksamkeit kein Unterschied zwischen der intravenösen und der subcutanen Verabreichung.

 

Häufigste Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Reaktionen an der Injektionsstelle und Blutdruckerhöhung. Daher sollte der Blutdruck während der Therapie engmaschig überwacht werden. Während der Behandlung kann sich ein absoluter oder funktioneller Eisenmangel entwickeln, der häufigster Grund für ein Nicht-Ansprechen ist. Daher sollten vor und während der Therapie Eisenspeicher, Transferrin-Sättigung und Serum-Ferritin bestimmt werden.

 


Weiterführende Links

Europäischer öffentlicher Beurteilungsbericht Dynepo:

http://emea.europa.eu/humandocs/PDFs/EPAR/dynepo/012102de1.pdf


Social Bookmarking: Bookmark setzen bei: Mr. WongBookmark setzen bei: Del.icio.usBookmark setzen bei: FacebookBookmark setzen bei: studiVZ meinVZ schülerVZBookmark setzen bei: DiggBookmark setzen bei: GoogleBookmark setzen bei: YahooBookmark setzen bei: LinkarenaBookmark setzen bei: Favoriten
Zurück Nach oben
Startseite Kontakt Sitemap Impressum