Govi-Verlag
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NEUE ARZNEISTOFFE

67 Ophthalmika


Ranibizumab, Lucentis® (Novartis Pharma)

Mit Ranibizumab steht nach Pegaptanib Natrium der zweite Inhibitor des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors A (VEGF-A) für die Behandlung der feuchten Form der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) zur Verfügung. Beide Arzneistoffe werden direkt in den Glaskörper des Auges gespritzt. Eine Durchstechflasche Lucentis® enthält 3,0 mg Ranibizumab in 0,3 ml Lösung.

 

Der neue Arzneistoff ist ein Fragment eines humanisierten monoklonalen Mausantikörpers, der spezifisch gegen den humanen VEGF-A gerichtet ist und mit hoher Affinität alle bekannten Isoformen bindet. VEGF-A kommt in den Augen von AMD-Patienten in hoher Konzentration vor und fördert das Wachstum neuer Blutgefäße und das Austreten von Flüs-sigkeit, was die Krankheit verschlimmert.

 

Damit Ranibizumab seinen Wirkort erreichen kann, wird die Lösung nach lokaler Anästhesie des Auges intravitreal gespritzt. In den ersten drei Monaten wird das Medikament monatlich injiziert. In der anschließenden Erhaltungsphase prüft der Augenarzt monatlich das Sehvermögen des Patienten mit einer standardisierten Buchstabentafel. Beträgt der Sehverlust mehr als fünf Buchstaben, wird das Präparat erneut gegeben.

 

Der Antikörper (0,3 und 0,5 mg) wurde in drei Phase-III-Studien mit rund 1300 AMD-Patienten über 12 bis 24 Monate geprüft und mit Scheininjektionen sowie einer photodynamischen Therapie (PDT) mit Verteporfin verglichen. Primärer Endpunkt war der Anteil an Patienten, deren Sehschärfe gleich blieb oder weniger als 15 Buchstaben abnahm, oder die Sehveränderung über 12 Monate.

 

In zwei Studien blieb die Sehschärfe bei 95 Prozent der Patienten unter Ranibizumab erhalten, aber nur bei 62 bis 64 Prozent, die eine Scheininjektion oder PDT bekommen hatten. Der neue Antikörper verbesserte bei 34 bis 40 Prozent der Patienten sogar das Sehen. Dabei war die 0,5-mg-Dosis wirksamer als 0,3 mg. In einer Studie, in der die Patienten in den ersten drei Monaten einmal monatlich und dann alle drei Monate eine Injektion bekamen, verbesserte sich anfänglich die Sehschärfe und ging nach zwölf Monaten auf das Ausgangsniveau zurück. Auch dies war deutlich besser als nach Scheininjektion. Eine Vergleichsstudie mit Pegatanib liegt bislang nicht vor.

 

Die häufigsten Nebenwirkungen der Ranibizumab-Therapie sind Augenprobleme wie Schmerzen, Fremdkörpergefühl, Einblutungen, Erhöhung des Augeninnendrucks oder Mouches volantes („fliegende Mücken“) sowie Kopfschmerzen und Hypertonie. Schwerwiegend, aber selten sind Infektionen des Augeninneren, Beschädigung der Netzhaut oder ein Katarakt. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, muss der Patient jeweils drei Tage vor und nach der Behandlung viermal täglich antibiotische Augentropfen eintropfen.


Weiterführende Links

Fachinformation Lucentis®:

www.big2.novartispharma.de/ProduktInfo_Lucentis/fachinformation/105842_0_NTSx6bcl90.pdf

 

Leitlinie „Altersabhängige Makuladegeneration“ des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA):

www.augeninfo.de/leit/leit21.htm

 

Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen:

www.pro-retina.de


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