Govi-Verlag
Mylan dura

NEUE ARZNEISTOFFE

86 Zytostatika


Rasburicase (Fasturtec®, Infusion; sanofi-aventis)

Bereits seit Mai 2001 ist ein rekombinantes Uratoxidase-Enzym zur Behandlung und Prophylaxe der akuten Hyperurikämie auf dem Markt. Das Präparat enthält 1,5 mg Rasburicase-Trockensubstanz und ein Lösungsmittel zur Herstellung eines Infusionslösungskonzentrats. Harnsäure entsteht im Körper beim Abbau von Purinen. Die Uratoxidase katalysiert deren enzymatischen Abbau zum besser wasserlöslichen Allantoin und fördert damit die renale Ausscheidung. Dies ist besonders wichtig, wenn sehr viele Zellen auf einmal absterben und dabei massenweise intrazelluläre Stoffe wie Nukleinsäuren und Metaboliten freisetzen. Dies kann bei Tumoren (selten) spontan oder bei einer aggressiven Chemotherapie geschehen. Kommt es durch abrupte Tumorzellzerstörung zu lebensbedrohlichen metabolischen Komplikationen, spricht man vom "Tumorlysesyndrom".

 

Durch den akuten Anstieg der Plasmakonzentration kann Harnsäure in den Sammelrohren und distalen Tubuli der Niere auskristallisieren, was deren Funktion einschränkt und ein akutes Nierenversagen auslösen kann. Neben einer ausreichenden Hydratation des Patienten setzte man bislang Allopurinol ein. Sehr viel schneller wirkt Rasburicase, wie eine randomisierte Studie bei 52 Kindern mit Lymphomen oder Leukämie zeigte. Vier Stunden nach Therapiebeginn sank der Plasma-Harnsäurespiegel bei den Patienten der Rasburicase-Gruppe um 86 Prozent im Vergleich zu 12 Prozent in der Allopurinol-Gruppe.

 

Die rasche Normalisierung der Harnsäurewerte bessert die Nierenfunktion, was auch die Ausscheidung von Serumphosphat begünstigt. Einen direkten Einfluss auf weitere Stoffwechselentgleisungen (Hyperkaliämie, Hyperphosphatämie, Hypokalzämie, Azotämi) hat Rasburicase nicht. Das Enzym-Konzentrat wird fünf bis sieben Tage lang nach Verdünnen in Kochsalzlösung einmal täglich über 30 Minuten infundiert (empfohlene Dosis 0,2 mg/kg Körpergewicht). Weitere Behandlungszyklen werden nicht empfohlen. Wie bei anderen Proteinen können allergische Reaktionen auftreten. In einer großen Studie mit 131 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wurden Antikörper bei 14 Prozent der Patienten nachgewiesen. Insgesamt wurde das Enzym gut vertragen.


Social Bookmarking: Bookmark setzen bei: Mr. WongBookmark setzen bei: Del.icio.usBookmark setzen bei: FacebookBookmark setzen bei: studiVZ meinVZ schülerVZBookmark setzen bei: DiggBookmark setzen bei: GoogleBookmark setzen bei: YahooBookmark setzen bei: LinkarenaBookmark setzen bei: Favoriten
Zurück Nach oben
Startseite Kontakt Sitemap Impressum