53 Kardiaka

 Cilostazol, Pletal® (Schwarz Pharma)

Mit Cilostazol steht eine weitere Option zur Behandlung der arteriellen Verschlusskrankheit zur Verfügung. Pletal ist zugelassen zur Verlängerung der maximalen und der schmerzfreien Gehstrecke bei Patienten mit Claudicatio intermittens, die keinen Ruheschmerz und keine Anzeichen von peripheren Gewebsnekrosen haben. 
Vier Stadien der AVK

Die arterielle Verschlusskrankheit (AVK) entsteht durch Stenosen und Verschlüsse der Aorta und der die Extremitäten versorgenden Arterien. Diese sind überwiegend arteriosklerotisch bedingt. Nur bei 5 bis 10 Prozent der Patienten liegen entzündliche, genetisch bedingte und traumatische Gefäßerkrankungen vor. Es werden vier Stadien unterschieden.
 | Stadium I: Beschwerdefreiheit bei objektiv nachgewiesener arterieller Verschlusskrankheit
|  | Stadium II: Claudicatio intermittens
|  | Stadium III: Ruheschmerz
|  | Stadium IV: Nekrose, Gangrän |
Das Stadium II wird häufig in ein Stadium IIa (maximale Gehstrecke über 200 m) und ein Stadium IIb (maximale Gehstrecke 200 m) unterteilt. Klinisch relevanter ist eine Unterscheidung nach »Gehstrecke subjektiv zufriedenstellend, geringer Leidensdruck« und »Gehstrecke unbefriedigend, hoher Leidensdruck«.
(Nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Angiologie, 2001.) |
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Die empfohlene Dosis ist zweimal täglich 100 mg. Dabei sollten die Tabletten jeweils 30 Minuten vor oder zwei Stunden nach dem Frühstück und dem Abendessen eingenommen werden. Dann wird innerhalb von vier Tagen ein Steady-state erreicht. Der Arzneistoff wird hauptsächlich über Cytochrom P-450 CYP3A4 und in geringerem Ausmaß über CYP2C19 und CYP1A2 metabolisiert. Insofern ist er bei Patienten, die CYP3A4- oder CYP2C19-Inhibitoren wie Cimetidin, Diltiazem, Erythromycin, Ketoconazol, Lansoprazol, Omeprazol und HIV-1-Protease-Hemmstoffe einnehmen, kontraindiziert.
Von den zwei Hauptmetaboliten ist Dehydro-Cilostazol ein vier- bis siebenmal wirksamerer Blutplättchen-Aggregationshemmer als die Ausgangssubstanz; 4‘-trans-Hydroxy-Cilostazol ist etwa ein Fünftel so wirksam. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt 10,5 Stunden, wobei die Ausscheidung der Ausgangssubstanz und der Metabolite überwiegend über die Niere (74 Prozent) erfolgt.
Cilostazol ist ein Hemmer der Phosphodiesterase (PDE) mit hoher Spezifität für den Subtyp III. Die Hemmung der PDE führt zu einer Erhöhung von cyclo-AMP, was unter anderem mit der Inhibition der Plättchenfunktion sowie vasodilatierenden und antithrombotischen Effekten einhergeht. Des Weiteren wurde an glatten Muskelzellen eine Hemmung der Proliferation und Migration beschrieben. Am Herzen induziert Cilostazol eine positiv inotrope Wirkung. Während der Behandlung sollten die Patienten dem Arzt über jeden Vorfall einer Blutung oder Neigung zu Hämatomen berichten. Im Fall einer Netzhautblutung ist die Einnahme zu beenden.
Bei Patienten, die Cilostazol und Acetylsalicylsäure (ASS) einnahmen, gab es keinen additiven oder synergistischen Effekt auf die Thrombozytenaggregation im Vergleich zur alleinigen Gabe von ASS. Dabei sollte die Tagesdosis 80 mg ASS nicht überschreiten. Ob die gleichzeitige Behandlung mit Cilostazol und Clopidogrel einen additiven Effekt auf die Blutungszeiten hat, konnte nicht festgestellt werden. Dennoch sollte eine regelmäßige Überwachung der Blutungszeit erwogen werden.
In einer klinischen Einzeldosis-Studie konnte keine Hemmung des Metabolismus von Warfarin oder ein Effekt auf die Gerinnungsparameter beobachtet werden. Dennoch ist Vorsicht angeraten.
Wirksamkeit und Sicherheit der neuen Substanz wurden in acht placebokontrollierten Studien mit insgesamt 1374 Patienten untersucht. Zur Beurteilung der Bewegungsfähigkeit wurden als primäre Endpunkte die Änderung der maximalen Gehstrecke (Absolute Claudicatio Distance, ACD) sowie die der schmerzfreien Gehstrecke (Initial Claudicatio Di-stance, ICD) auf dem Laufband definiert. Nach 24 Wochen Behandlung erreichten die Patienten eine Zunahme der maximalen Gehstrecke zwischen 42,6 und 76,2 Meter, während die Steigerungen bei der schmerzfreien Gehstrecke von 44,0 bis 102,5 m reichten. Eine gepoolte Analyse der acht Studien zeigte, dass die maximale Gehstrecke unter Cilostazol, verglichen mit Placebo, signifikant um etwa 20 Prozent zunahm.
Häufigste Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen (bei mehr als 30 Prozent), Diarrhö und Stuhlveränderungen (jeweils bei mehr als 15 Prozent). 

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