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Protein hält Körper bei Gefahr in Alarmzustand
15.12. dpa. Ein bislang unbekanntes Protein sorgt nach Erkenntnissen von Würzburger Forschern dafür, dass der menschliche Körper bei Gefahr in Alarmzustand bleibt. Dabei wirke das nun entdeckte Protein wie ein Notschalter. Dieser schalte die Herzmuskelzellen unter Stress auf Hochleistungsbetrieb - und zwar bis zum Ende der Stress-Situation, teilte die Universität Würzburg am Montag mit. Damit verhindere das so genannte Raf-Kinase-Inhibitor-Protein (RKIP), dass «in einer Gefahrensituation plötzlich eine Aus-Taste gedrückt werde», heißt es. Sobald die Meldung aus dem Gehirn eintreffe, dass Gefahr im Verzug sei, würden wichtige Körperzellen, insbesondere die des Herzens, über die Freisetzung von Adrenalin schlagartig in Alarmstimmung versetzt. Der aktivierte Notschalter in Form des Proteins schalte erst wieder ab, wenn die Gefahrensituation beendet und das Adrenalin im Körper verschwunden sei, berichtet das dreiköpfige Pharmakologenteam. In weiteren Arbeiten müsse nun geklärt werden, «ob der Notschalter bei uns heutigen Menschen, die wir unter Dauerstress leiden, überhaupt noch richtig funktioniert», betonen die beteiligten Pharmakologen Kristina Lorenz, Martin Lohse und Ursula Quitterer. Vielleicht führe Dauerstress ja deshalb zu Krankheiten wie Bluthochdruck und Herzinfarkt, weil der Notschalter als Folge des Dauerbetriebs durchgebrannt sei.

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Zweifel an der Wirksamkeit von Akupunktur
15.12. dpa. Der Studienleiter der weltweit größten Akupunktur- Studie hat Medienberichten widersprochen, wonach eine Studie im Auftrag der Ersatzkassen die Wirksamkeit der Nadelbehandlung «unerwartet deutlich» bewiesen haben soll. Bei dieser Interpretation vorläufiger Ergebnisse seien die Begriffe Nutzen und Wirksamkeit unzulässig vermischt worden, erläuterte Dieter Melchart, Leiter des Zentrums für naturheilkundliche Forschung der Technischen Universität München. In der Studie waren unter anderem Nutzen und Risiken der Akupunktur bei einer halben Million Patienten erfasst worden. Bei einer Stichprobe von 6140 Menschen wurde der von den Patienten selbst empfundene Nutzen mit Hilfe ausführlicher Fragebögen ermittelt. Dieser Teil der Studie könne jedoch nicht die tatsächliche Wirksamkeit der Nadelbehandlung belegen. Der Nutzen der Akupunktur sei einigermaßen sicher, erläuterte Melchart. Patienten mit bestimmten chronischen Schmerzen hätten deutlich und für mindestens sechs Monate von der Behandlung profitiert. In einem anderen Studienteil mit rund 1200 Patienten, der die Wirkung der Akupunktur sowohl mit einer Scheinakupunktur als auch keiner Nadelbehandlung verglichen habe, war die echte Akupunktur nur bei der Behandlung von Kniegelenksarthrose der Scheinakupunktur und der ausgebliebenen Nadelbehandlung überlegen. Bei Migräne- und Rückenschmerz-Patienten seien zwar deutliche Vorteile der Akupunktur gegenüber der Gruppe ohne der Akupunktur beobachtet worden, jedoch seien Akupunktur und Scheinakupunktur ähnlich wirksam gewesen.

Hohe Abschreibungen drücken Bayer in Verlustzone
15.12. dpa. Die strategische Neuausrichtung verhagelt2003 die Bilanz des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer. Im vierten Quartal werden Wertberichtigungen in einer Größenordnung von 2,2 Milliarden Euro vorgenommen werden. Das teilte Bayer am Montag in Leverkusen mit. Für das gesamte Geschäftsjahr 2003 rechnet der Vorstand mit einem negativen Konzernergebnis. Im vergangenen Jahr hatte Bayer noch 1,1 Milliarden Euro Gewinn geschrieben. An der Börse wurde der Kurs der Bayer-Aktie vorübergehend ausgesetzt. Nach weiteren Angaben des Unternehmens entfällt der größte Teil der Abschreibungen (1,7 Milliarden Euro) auf die Aktivität der künftigen Gesellschaft NewCo (Chemie), die bis Anfang 2005 an die Börse gebracht werden soll. Außerdem sind in dem Betrag noch Aufwendungen für die veränderten Rahmenbedingungen im Polymerbereich enthalten. Diese Sparte wird Anfang 2004 unter dem Namen Bayer MaterialScience antreten. Für den Gesundheitsbereich hat Bayer Wertberichtigungen von 500 Millionen Euro eingeplant. Die Summe umschließe unter anderem die Konsolidierung der Pharma-Standorte. Die Wertberichtigungen sind laut Bayer nicht zahlungswirksam und beeinträchtigen weder die Liquidität noch die Dividendenfähigkeit.

Ärzte erwarten Chaos durch Praxisgebühr
12.12. dpa. Die geplante Praxisgebühr wird aus Sicht der hessischen Ärzte einen «Verwaltungswahnsinn» auslösen. «Die Patienten wissen gar nicht, was auf sie zukommt», sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen, Horst Rebscher-Seitz, am Freitag in Frankfurt am Main. Ab 1. Januar müssen Patienten für Arztbesuche zehn Euro pro Quartal bezahlen. Monatelang hatten Krankenkassen und Ärzte gestritten, wer das finanzielle Risiko trägt, wenn Patienten nicht zahlen. Am 8. Dezember wurde ein Kompromiss ausgehandelt, der die hessische KV aber nicht zufrieden stellt. Das Schiedsurteil sieht vor, dass der behandelnde Arzt säumigen Patienten zunächst eine Zahlungserinnerung schickt. Führt diese nicht zum Erfolg, übernimmt die Kassenärztliche Vereinigung das gerichtliche Mahnverfahren. Bleibt die Forderung uneintreibbar, tragen die Krankenkasse die entstandenen Kosten. «Noch unwirtschaftlicher kann man nicht hinter 10 Euro herlaufen», sagte Rebscher-Seitz. Das Inkasso-Risiko auf drei Instanzen zu verteilen, sei «einfach Unsinn». Der Schiedsspruch stelle «keinesfalls eine tragfähige Lösung dar.» Zudem kritisierte er den Namen Praxisgebühr als irreführend. Das Geld fließe nicht in die Praxen, sondern zu den Krankenkassen, es sei eine «Kassengebühr».

In Deutschland rauchen zu viele Kinder
12.12. dpa. Wissenschaftler haben davor gewarnt, die Tabaksteuer nicht im geplanten Umfang zu erhöhen. Deutschland belege bei der Zahl der rauchenden Kinder und Jugendlichen europaweit einen Spitzenplatz, sagte der Kölner Gesundheitsökonom Professor Dr. Karl Lauterbach am Donnerstag bei einer Konferenz für Tabakkontrolle in Heidelberg. Ein Weg, von diesem «traurigen Spitzenplatz» herunter zu kommen, sei die geplante Steuererhöhung um 1,5 Cent pro Zigarette. Kinder und Jugendliche reagierten als so genannte «Taschengeld- Raucher» besonders stark auf Preissteigerungen. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums beginnen in der Bundesrepublik rund 80 Prozent der Raucher vor dem 18. Geburtstag mit dem Tabakkonsum. Bei dem Treffen des WHO-Zentrums für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum waren rund 300 Experten zusammen gekommen. Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat berät derzeit über die Erhöhung der Tabaksteuer. Im Vorfeld der Sitzung hatte es Signale gegeben, dass die Steuer nicht so stark wie ursprünglich geplant ansteigen wird. Statt in drei Stufen jeweils um 1,5 Cent pro Zigarette soll ein Kompromissvorschlag mit einer Erhöhung um nur noch 1,2 Cent vorliegen.

Pille danach bald in US-Supermärkten?
12.12. dpa. Die Pille danach könnte in den USA möglicherweise bald landesweit ohne Rezept erhältlich sein. Das hieße, dass es in den Regalen von Supermärkten oder auch Tankstellen angeboten würde, berichtete die «New York Times» am Freitag. Zwei Ausschüsse der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA wollten am kommenden Dienstag die Meinung von Experten dazu anhören. Ob es nach der Anhörung gleich zu einer Abstimmung kommt, war zunächst nicht abzusehen. Die umstrittene Pille kann ungewollte Schwangerschaften in bis zu 89 Prozent der Fälle verhindern. Allerdings muss sie innerhalb von 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr verabreicht werden. Da die Zuverlässigkeit des Mittels mit der Zahl der Stunden abnimmt, ist es nach Meinung der Befürworter wichtig, dass «Plan B» mühelos käuflich ist, schrieb die Zeitung. In Norwegen und Schweden sei das Mittel bereits überall erhältlich und in Großbritannien, Frankreich sowie einigen US-Staaten wie Alaska, Kalifornien und New Mexico kann es ohne Rezept in Apotheken erworben werden. In Deutschland dagegen ist die Pille danach bislang nur mit ärztlicher Verschreibung zu bekommen.

EuGH: Verbot zulässig
11.12. PZ/dpa. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat im Rechtsstreit zwischen dem Deutschen Apothekerverband (DAV) und DocMorris entschieden: Das deutsche Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel geht mit EU-Recht konform. Auch das Verbot, hierfür zu werben, kollidiert nicht mit europäischen Richtlinien. Dies gilt jedoch nicht für Arzneimittel, die nicht der Verschreibungspflicht unterliegen. Hier seien der Versand und die Werbung dafür nach europäischem Recht erlaubt. Das bisherige deutsche Verbot für den Internethandel mit Medikamenten sei nur mit EU-Recht vereinbar, wenn dadurch die Gesundheit und das Leben von Menschen geschützt werden, heißt es in der Begründung des Gerichts. Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln erhöhe sich das Risiko einer fehlerhaften oder missbräuchlichen Verwendung. Deshalb sei in diesem Fall das Verbot rechtmäßig. Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes, Hermann Stefan Keller, sieht in der Entscheidung des EuGH einen klaren Sieg für den DAV. „Das Gericht hat unserer Auffassung zu 80 Prozent zugestimmt“, sagte Keller im Anschluss an die Urteilsverkündung in Luxemburg. Es habe sich gezeigt, dass der deutsche Gesetzgeber mit der geregelten Freigabe des Versandhandels zum 1. Januar 2004 voreilig gehandelt habe. Die Neuregelung sei deutlich liberaler als die europäische Gesetzgebung dies verlange. Wirtschaftliche Auswirkungen auf die Apotheken erwartet Keller nicht: „Im nächsten Jahr ist der Versandhandel mit Arzneimitteln zwar erlaubt, er wird aber ökonomisch uninteressant. Die apothekerliche Leistung wird ab 2004 durch Festzuschläge honoriert. Dadurch werden hochpreisige Arzneimittel deutlich billiger, die bisherige Rosinenpickerei des Versandhandels wird verhindert.“ (gm)

Sommer 2003: 20.000 Hitzetote in Europa
11.12. dpa. Die Hitzewelle des vergangenen Sommers hat in Europa rund 20.000 Menschen das Leben gekostet. Diese Schätzung ist in einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) enthalten, die am Donnerstag bei der internationalen Klimakonferenz in Mailand vorgestellt wurde. Ein heißer europäischer Sommer lässt sich nach Ansicht von Klimaforschern zwar nicht auf den Treibhauseffekt zurückführen. Die 90er-Jahre seien im globalen Schnitt aber das Jahrzehnt mit den bisher höchsten aufgezeichneten Temperaturen gewesen und dieser Trend werde anhalten, heißt es in der Studie, an der sich auch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und andere Organisationen beteiligt haben. Allein im Jahr 2000 seien weltweit schätzungsweise 150.000 Menschen an Hitzefolgen gestorben. Der Klimawandel sei zudem für einen Anstieg von Malaria und lebensgefährlichen Durchfallerkrankungen verantwortlich, heißt es in der Studie. In Gegenden mit mehr Regenfällen könne sich das Wasser stauen und den Malaria-Mücken sowie anderen Insekten als Brutstätte dienen. «Es gibt immer mehr Beweise dafür, dass Änderungen des weltweiten Klimas weitreichende Folgen für die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen auf der ganzen Welt haben wird», sagte die stellvertretende WHO-Generaldirektorin Kerstin Leitner zu den Ergebnissen der Studie. In dem Werk sind auch Anweisungen enthalten, wie die Staaten auf den Klimawandel reagieren können.

Krankenkassen: Fünf Milliarden Minus
11.12. dpa. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Krankenkassen Ende 2003 insgesamt mit mehr als fünf Milliarden Euro im Minus sein könnten. Die Gesetzliche Krankenversicherung könne in diesem Jahr «insgesamt ein geschätztes Negativvermögen von gut fünf Milliarden Euro aufweisen», heißt es in einer Vorlage des Sozialministeriums für den Gesundheitsausschuss, wie die «Financial Times Deutschland» (Donnerstag) berichtet. Diese Summe setze sich zusammen aus «aus 2002 zu übernehmenden Altschulden von rund 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro» und dem zu erwartenden neuen Defizit des laufenden Jahres. «Nach aktuellem Erkenntnisstand könnte sich im Jahr 2003 ein Defizit von rund 3 Milliarden Euro ergeben», so die Vorlage. Wie hoch der Beitragssatz 2004 im Durchschnitt sein werde, lasse sich «heute noch nicht verlässlich vorhersagen», heißt es in dem Papier. Grund dafür sei die «ungünstige Entwicklung der beitragspflichtigen Einnahmen» in diesem Jahr.

Ärzte und Kassen bei Praxisgebühr einig
10.12. dpa. Patienten, die die neue Praxisgebühr nicht sofort bezahlen, droht im Mahnverfahren ein Zuschlag von vier Euro. Ärzte und gesetzliche Krankenkassen einigten sich am Montag im Streit um das Kassieren der Gebühr in Höhe von zehn Euro pro Kopf und Quartal auf eine Stufenregelung, zu der auch die Mahngebühr gehört. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) begrüßte das Ergebnis. Es belaste niemand über die Maßen und sei im Sinne des Gesetzes, sagte sie in Berlin. Die einvernehmliche Regelung von Kassen und Kassenärzten sieht vor, dass der behandelnde Arzt säumigen Patienten zunächst eine Zahlungserinnerung schickt. Führt diese nicht zum Erfolg, übernimmt die Kassenärztliche Vereinigung das gerichtliche Mahnverfahren, das einen Aufpreis von bis zu vier Euro nach sich zieht. Bleibt die Forderung uneintreibbar, springt die Krankenkasse ein. Dies teilten die Vertreter beider Seiten nach einer Sitzung am Montag in Berlin mit. Einigkeit herrschte auch darüber, dass bei Notfall-Behandlungen Ärzte und Kassenärztliche Vereinigungen das Geld anschließend einzutreiben versuchen. Die Vereinbarung kam auf freiwilliger Basis und damit ohne Mitwirkung des in Berlin einberufenen Bundesschiedsamtes zu Stande. In diesem Gremium sitzen drei neutrale Vorsitzende sowie jeweils sieben Vertreter von Kassenärzten und Krankenkassen. Von vorneherein war klar, dass auch eine Nichteinigung in der Inkasso-Frage und eine Klage die Einführung der Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal zum 1. Januar 2004 nicht hätte aufhalten können.

Spermien aus Mäusestammzellen
10.12. dpa. US-Forscher haben aus embryonalen Stammzellen von Mäusen Spermien entwickelt und damit Eizellen befruchtet. Ob daraus allerdings Mäusebabys entstehen können, ist noch nicht geklärt. Die Forscher berichten im britischen Fachjournal «Nature» über ihre Versuche. Zuvor hatten schon japanische Forscher Spermien aus embryonalen Stammzellen von Mäusen hergestellt, jedoch keine Eizelle damit befruchtet. Das US-Team um George Daley vom Children's Hospital in Boston (US- Staat Massachusetts) ließ aus den Stammzellen zunächst innerhalb weniger Tage einen embryoähnlichen Zellkörper wachsen. Daraus entnahmen die Wissenschaftler eine Vorform der Keimzellen und entwickelten sie zu Spermien, die sie wiederum in eine Eizelle spritzten. Derzeit testen die Forscher, ob sich die so entstandenen Embryonen in Mäuseweibchen einpflanzen lassen und dann zu Mäusebabys entwickeln. Mit der Methode lasse sich jedenfalls gut die Entwicklung von Spermien im Detail beobachten, schreiben die Wissenschaftler.

Angeblich Ansturm auf Arztpraxen
10.12. dpa. Arztpraxen verzeichnen nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung drei Wochen vor der Gesundheitsreform einen Patientenansturm. Als Hauptgrund gelte die geplante Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal, schreibt die Zeitung unter Berufung auf die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt hat über verstärkte Patientenbesuche hingegen keine Informationen über Patientenzahlen. Diese würden nicht abgefragt, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Laut dem Zeitungsbericht schätzt die Kassenärztliche Bundesvereinigung, dass viele Ärzte bis zu einem Drittel – in ländlichen Regionen bis zu 70 Prozent - mehr Patienten behandeln müssen. Besonders groß sei der Andrang bei Haus- und Augenärzten sowie Internisten und Gynäkologen. Bei der kassenärztlichen Vereinigung in Sachsen-Anhalt hieß es hingegen, ein etwas größerer Patientenansturm zum Jahresende sei normal. Viele Patienten suchten vor den Feiertagen noch einmal den Arzt auf, bevor viele Praxen zum Jahresende schließen.

DKFZ: Klinische Anwendung künftig Schwerpunkt
09.12. dpa. Der neue Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Professor Otmar D. Wiestler, will die klinische Anwendung zu einem Schwerpunkt der Heidelberger Einrichtung machen. Das DKFZ solle in dieser Hinsicht zu einem «Motor» werden und Akzente setzen, sagte der Bonner Stammzellforscher in Heidelberg. Dafür werde sich das Krebsforschungszentrum künftig verstärkt Partner bei den Hochschulen und in der Industrie suchen. Der 47-jährige Wissenschaftler tritt das Amt im Januar 2004 an. Als weitere Schwerpunkte seiner Arbeit in Heidelberg nannte der Nachfolger des langjährigen DKFZ-Chefs Professor Harald zur Hausen die Forschung an Stammzellen sowie Gehirntumoren. Stammzellen und Krebszellen hätten viele Eigenschaften gemeinsam, sagte Wiestler, der bislang das Instituts für Neuropathologie der Universität Bonn geleitet hat.

Mutterschaftsgeld muss neu geregelt werden
09.12. dpa. Das Mutterschaftsgeld, das Arbeitnehmerinnen als Lohnersatz sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Entbindung gezahlt wird, muss in Zukunft anders eingezogen werden. So wie es momentan finanziert wird, verletzt es das Gleichberechtigungsgebot des Grundgesetzes und diskriminiert junge Frauen am Arbeitsmarkt, entschied das Bundesverfassungsgericht in einem am Dienstag veröffentlichen Beschluss. Die derzeit gültige Art der Berechnung verleite die Arbeitgeber möglicherweise dazu, eher Männer als Frauen einzustellen. (Aktenzeichen: 1 BvR 302/96 - Beschluss vom 18. November 2003). Das Mutterschaftsgeld wird überwiegend von den Arbeitgebern getragen, den Rest teilen sich Krankenkassen und Staat. Weil die Einkommen stiegen, die Zuschüsse von Krankenkassen und Staat aber nicht, wird der Teil, den die Arbeitgeber zu zahlen haben, immer größer. Der Inhaber einer Münchner Großbäckerei hatte sich geweigert, einer jungen Mutter den Arbeitgeber-Zuschuss zu zahlen. Der Nachwuchs liege im Interesse der Allgemeinheit, nicht der Arbeitgeber, lautete sein Hauptargument. Folglich müsse er aus Steuermitteln finanziert werden. Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hält es aber grundsätzlich für richtig, dass die Arbeitgeber die Hauptlast tragen. Schließlich wehre der Mutterschutz Gefahren von Mutter und Kind ab, die unmittelbar aus dem Arbeitsverhältnis resultierten. Trotzdem befürchten die Richter, dass der gestiegene Arbeitgeberanteil Nachteile für junge Frauen mit sich bringen könnte. Daher müsse der Gesetzgeber bis Ende 2005 eine Neuregelung auf den Tisch legen.

Ängstliche Ratten sterben früher
09.12. dpa. Ratten mit großer Angst vor Neuem sterben einer US-Studie zufolge früher als ihre aufgeschlossenen Artgenossen. Die ängstlichen Tiere leben im Schnitt drei Monate kürzer. Das entspreche zehn Jahren eines Menschenlebens, berichtet das britische Fachjournal «Nature» in seiner Internet-Ausgabe. Für die Studie wurden Ratten ausgewählt, die wegen ihrer Abneigung, eine neue Umgebung zu erkunden, als ängstlich eingestuft worden waren. Ob auch schüchterne Menschen mit dem Schicksal eines früheren Todes rechnen müssten, sei unbekannt.

 

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Beitrag erschienen in Ausgabe 51/2003

 

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