Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

Mit Laser und Endoskop dem Hautkrebs auf der Spur











DIREKT ZU

 


MEDIZIN

 

Mit Laser und Endoskop dem Hautkrebs auf der Spur

von Ulrike Wagner, Eschborn

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat vergangene Woche die Gewinner des Innovationswettbewerbs zur Förderung der Medizintechnik bekannt gegeben. Die neun Sieger-Teams nahmen auf der Medica in Düsseldorf ihre Preise entgegen. Eine der Arbeitsgruppen entwickelt zurzeit ein neues Verfahren zur Hautkrebsdiagnostik.

ANZEIGE

Die Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) in St. Ingbert und der Universität des Saarlandes kombinieren die Laserdiagnostik mit einem neuartigen endoskopischen Verfahren. Bisherige bildgebende Verfahren, die zur Hautkrebsdiagnostik eingesetzt beziehungsweise derzeit erprobt werden, haben entscheidende Nachteile. So ist mit ihnen zum Beispiel nur eine geringe räumliche Tiefendarstellung möglich, und sie liefern zu wenige Informationen über die Beschaffenheit des Gewebes.

Professor Dr. Karsten König und sein Team wollen nun die natürliche Fluoreszenz bestimmter in der Haut vorkommender Pigmente und Moleküle nutzen, um Informationen über Hautveränderungen zu erhalten. Dafür setzen die Forsche einen Laser im Bereich des Nahen Infrarot ein, der tief ins Gewebe eindringt. Derzeit wird an frisch entnommenen Hautbiopsien getestet, welche Fluoreszenzen oder Reflektionen bösartiges Gewebe von gutartigem unterscheidet.

Ein winziges Endoskop mit einem Außendurchmesser von nur einem Millimeter wird den Laser ergänzen und die Untersuchung von Hautveränderungen in einer Gewebetiefe von mehreren Millimetern ermöglichen. In knapp zwei Jahren soll das Verfahren erstmals in klinischen Studien eingesetzt werden. Das Preisgeld des BMBF von 200.000 Euro soll dafür genutzt werden, das System zur Marktreife zu bringen.

Insgesamt unterstützt das Ministerium die neun Forschungsprojekte mit 1,7 Millionen Euro. Gefördert wird auch die Entwicklung eines implantierbaren Schließmuskelersatzes zum Einsatz bei Stuhlinkontinenz, ein spezieller Sitz für gehbehinderte oder gehunfähige Menschen, ein Diagnoseverfahren, um die Drucktoleranz des Auges zu bestimmen, die automatische Blutbild-Analyse, ein Kehlkopfschrittmacher gegen Luftröhrenschnitt und Stimmverlust, die Entwicklung einer Lanzette zur schmerzreduzierten Blutentnahme, ein externer Fixateur, der die Heilung von Knochenbrüchen verbessern soll, sowie eine optischer Sensor für die Navigation im Magnetresonanztomographen. Top

© 2003 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de


Beitrag erschienen in Ausgabe 48/2003

 

Das könnte Sie auch interessieren