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Parenterale Ernährung: Bedarfsgerecht und kostengünstig

PHARMAZIE

 
Parenterale Ernährung

Bedarfsgerecht und kostengünstig

Von Juliane Busse

 

In der Apotheke individuell hergestellte Ernährungslösungen berücksichtigen im Vergleich zu Standardlösungen besser die Bedürfnisse onkologisch betreuter Patienten. Zudem ist dieser Vorteil nicht mit vermehrten Kosten verbunden. Dies ergab eine Masterarbeit, die im Rahmen des Studiengangs Consumer Health Care erstellt wurde.

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Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung des Ernährungszustands onkologischer Patienten in der ambulanten Versorgung und damit auch des vermehrten Einsatzes totaler parenteraler Ernährungslösungen (PE) wurden zwei Möglichkeiten ihrer Bereitstellung hinsichtlich der anfallenden Kosten und ihrer Zweckmäßigkeit verglichen: zum einen Fertigarzneimittel der Industrie, zum anderen individuelle Rezepturen aus der öffentlichen Apotheke. Zurzeit werden von drei Herstellern Fertigarzneimittel in verschiedenen Formulierungen für PE angeboten. Bezüglich der Kosten ist festzustellen, dass bei hochkalorischen Produkten, die für die ambulante Versorgung onkologischer Patienten relevant sind, die äquivalenten, individuellen Rezepturen preisgünstiger sind beziehungsweise nur geringe Preisunterschiede zu den Standardlösungen bestehen.

 

Der Vergleich zeigt auch, dass Standardlösungen in der Regel vom für den Patienten ermittelten Kalorienbedarf und Gesamtvolumen sowie der individuellen Zusammensetzung abweichen. Das Volumen liegt bei der erforderlichen Kalorienmenge meist über dem des für den Patienten ermittelten, notwendigen Flüssigkeitsbedarfs. Individuell hergestellte Lösungen entsprechen dem persönlichen Kalorien- und Flüssigkeitsbedarf sowie der auf den Patienten abgestimmten Zusammensetzung, wobei weitere Anpassungen jederzeit möglich sind. Durch eine individuelle Anpassung der Chargengröße an den aktuellen Bedarf werden Zusatzkosten weitgehend  vermieden.

 

Fazit: Mit der individuellen Herstellung hochkalorischer parenteraler Ernährungslösungen in der Apotheke wird den ambulanten onkologischen Patienten eine optimale, auf ihre persönlichen Bedürfnisse angepasste Ernährungslösung samt Betreuung angeboten. Zu einem Preis, der mit dem der Standardlösungen vergleichbar ist beziehungsweise teilweise darunter liegt. Somit ist neben den qualitativen Aspekten ein breiter Einsatz der individuell hergestellten Ernährungslösungen auch unter Kostenaspekten gerechtfertigt.


Die Masterarbeit »Grenzen und Möglichkeiten eines kostengünstigen Einsatzes von parenteralen Ernährungslösungen in der ambulanten Versorgung onkologischer Patienten« entstand im Rahmen des Studiengangs Consumer Health Care an der Charité, Universitätsklinikum Berlin unter Leitung von Professor Dr. M. Schaefer (www.consumer-health-care.de).


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Beitrag erschienen in Ausgabe 03/2007

 

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