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15-Milliarden-Marke übertroffen

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- Wirtschaft & Handel Govi-Verlag PHOENIX

15-Milliarden-Marke übertroffen

von Erdmuthe Arnold, Mannheim

Der Umsatz des Phoenix Pharmahandels ist im Geschäftsjahr 1999/2000 (31. Januar) erstmals über 15 Milliarden DM gestiegen. Auf Grund des erstmaligen Einbezugs des englischen Teilkonzerns stieg der Umsatz im europäischen Ausland um 37,5 Prozent auf 6,6 Milliarden DM. Auch für das neue Geschäftsjahr erwartet Vorstandsvorsitzender Dr. Bernd Scheifele vor allem von dort weiteren Zuwachs.

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Wie Scheifele in der Bilanzpressekonferenz am 20. Juli in Mannheim darlegte, ist Phoenix nach Gehe und vor UnichemAlliance auf Grund der 35-prozentigen Beteiligung an dem skandinavischen Unternehmen Tamro nun der zweitgrößte europäische Pharmagroßhändler mit Auslandsbeteiligungen in Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Tschechien, Ungarn, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Schweiz, Baltikum und Nordwestrussland. Es werde jetzt darum gehen, die in den letzten fünf Jahren akquirierten Unternehmen in einer Konsolidierungsphase zu "integrieren, konsolidieren und optimieren". Nicht als Kernziel bezeichnete Scheifele auf Nachfrage die Apothekenketten, Phoenix gehe es vielmehr darum, individuell mit den Apotheken zu arbeiten.

Phoenix Pharmahandel auf einen Blick
(in Millionen DM)

AG & CO 99/00 1998/88 Umsatzerlöse 8336 7935 Erg. gewöhnliche Geschäftstätigkeit 65,5 43,6 Jahresüberschuss 45,8 31,4 Cashflow 66,0 54,6 Eigenkapital 554 448 Eigenkapitalquote 28,5 % 25,2 % Bilanzsumme 1945 1783 Anlagevermögen 309 317 Investitionen 11 62 Mitarbeiteranzahl 4754 4958 Konzern 0 . Umsatzerlöse 15101 12828 Mitarbeiter (Vollzeitkräfte) 9628 8970

Durchschnittlich sei Phoenix in den letzten fünf Jahren um 20 Prozent gewachsen. Besonders erfreulich sei 1999 die Ergebnisentwicklung gewesen (siehe Tabelle). Der Jahresüberschuss im In- und Ausland habe das selbst gesteckte Ziel deutlich übertroffen, da in allen Ländern die Produktivität in den Vertriebszentren deutlich gesteigert werden konnte.

Zurückhaltend beurteilte Scheifele die Marktaussichten in Deutschland für das laufende Geschäftsjahr, hier sieht er allenfalls einen Umsatzzuwachs von 2 bis 3 Prozent (nach 5 Prozent 1999/00) auf Grund der Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. Europaweit rechnet er jedoch mit einem Umsatz- und Ergebniszuwachs von 10 Prozent.

Gesundheitsportal MyPIN

Präsentiert wurde der beträchtlich aktualisierte Online-Dienst Phoenix International Network (PIN), der vor etwa zwei Monaten eingeführt und zum Gesundheitsportal MyPIN ausgebaut wurde. Er steht als Intranet jetzt sowohl den Apotheken als auch der Pharmaindustrie und den Mitarbeitern zur Verfügung. Doch auch Verbraucher haben Zugriff auf Informationen und können beispielsweise in dem Gesundheitsportal nach Apotheken und dann auf deren Webseiten nach deren Angeboten und Dienstleistungen suchen. MyPIN bietet der Apotheke Recherche-, Bestell-, Beratungs-, Verkaufshilfe- und Informationsmöglichkeiten und soll laut Scheifele bereits auf breites Interesse stoßen. 1.184.692 Zugriffe seien im Juni verzeichnet worden, davon entfielen 382.000 auf die Arzneimitteldokumentation von Phoenix und 263.000 auf die Suchmaschine. Genutzt werde der Online-Dienst mittlerweile von 3247 Apotheken.

Wie Scheifele auf die Frage einer Journalistin erklärte, ist Phoenix keinesfalls an einer Direktbelieferung an Endverbraucher interessiert, E-Commerce sei stark technik- und kapitalmarktgetrieben, nicht jedoch marktgetrieben. Die Umsatzentwicklung in Deutschland sei minimal. Auch würde dies klassischen Versandhandel bedeuten, der für Arzneimittel in Deutschland verboten sei. Die Frage, ob man das wolle, könne nur politisch gestellt werden. Dann würde es aber keine Abgabebeschränkungen mehr geben. Und wegen Missbrauch beim Arzneimittelversand würden jetzt in den USA neue Maßnahmen in Angriff genommen.

Das Vitago-Debakel für Produkte der Gesundheitspflege zeige außerdem, dass es kein echtes Bedürfnis gebe, Produkte direkt ins Haus geliefert zu bekommen. Zudem seien die Preise eher höher als in einem Geschäft. Denkbar wäre schon eher eine Bestellung von Arzneimitteln via Internet unter Angabe der Apotheke, an die Auslieferung erfolgen soll. Top

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E-Mail: redaktion@govi.de


Beitrag erschienen in Ausgabe 30/2000

 

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