Govi-Verlag
Mylan dura

NEUE ARZNEISTOFFE

86 Zytostatika


Temoporfin Foscan® Ampullen (Quantanova LTD Stirling))

 

 

Bei Patienten mit alterbedingter Makuladegeneration hat sich die fotodynamische Therapie mit der verwandten Substanz Verteporfin bereits bewährt. Seit Februar steht nun mit Temoporfin dieses Behandlungsverfahren auch für die palliative Behandlung von Patienten mit vorangeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kopf- und Halsbereich zur Verfügung, allerdings nur dann wenn andere Therapien vorher versagten oder nicht angewendet werden können.

 

Bei der fotodynamischen Therapie wird die lichtempfindliche Substanz aus der Stoffklasse der Porphyrine zunächst in die Vene infundiert. Im Blut bindet Temoporfin verstärkt an Plasma-Lipoproteine und Albumin und reichert sich so auch im gewünschten Gewebe an. Nach 96 Stunden wird das betroffene Areal zielgenau mit Laserlicht einer definierten Wellenlänge (652 nm) bestrahlt. Außerhalb des Zielgebietes liegendes Gewebe muss vollständig abgeschirmt werden. Durch die Fotoaktivierung entstehen im Tumor reaktive Sauerstoff-Moleküle, die zum Untergang des Tumorgewebes führen. Die fotodynamische Therapie ist onkologischen Spezialeinrichtungen vorbehalten, die Erfahrungen mit der Behandlung haben.

 

Mit Temoporfin behandelten Patienten sind zeitweilig verstärkt lichtempfindlich. Während der ersten 15 Tage nach Injektion müssen daher Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, um Haut und Augen vor direktem Sonnenlicht und heller Raumbeleuchtung zu schützen. Die Patienten dürfen sich anschließend nur schrittweise normalem Licht aussetzen. Dazu ist ein detaillierter Expositionsplan zu beachten.

 

In einer klinischen Studie wurden 147 Patienten mit fortgeschrittenem Karzinom im Kopf-Hals-Bereich behandelt. Bei 25 Prozent der Behandelten schrumpfte die Tumormasse nach einmaliger Bestrahlung über einen Zeitraum von vier Wochen um die Hälfte. Die besten Erfolge brachte die fotodynamische Therapie bei Tumoren mit einer Tiefe von 10 mm oder weniger. Die mittlere Ansprechrate lag bei 57 Tagen, bei Patienten mit kompletter Remission bei 84 Tagen.


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