61 Migränemittel

 Frovatriptan Allegro® Filmtabletten (Berlin Chemie)

Seit Mitte November kann ein Migräne-Patient unter sieben Triptanen zur Bekämpfung seiner akuten Kopfschmerzen auswählen. Jüngster Vertreter der Stoffklasse ist Frovatriptan, das als Filmtablette mit 2,5 mg angeboten wird (Allegro®, Berlin-Chemie).
Wie andere Triptane, zum Beispiel Sumatriptan oder Naratriptan, wirkt der Neuling agonistisch an 5-HT1B/1D-Rezeptoren. Vermutlich greift er selektiv an extrazerebralen, intrakraniellen Gefäßen an und verhindert die übermäßige Dilatation dieser Gefäße im Migräneanfall. Anders als die beiden genannten Stoffe wirkt Frovatriptan als (schwacher) Agonist an 5-HT7-Rezeptoren, die zum Beispiel am Herzen eine Vasodilatation vermitteln.
Der Wirkstoff hat eine lange terminale Halbwertszeit von 26 Stunden und wird renal und fäkal ausgeschieden. Die Blutspiegel (AUC und Cmax) sind bei Männern nur etwa halb so hoch wie bei Frauen, was zumindest teilweise auf die Einnahme oraler Kontrazeptiva zurückgeführt wird. In der Praxis ist jedoch keine Dosisanpassung nötig.
In Dosisfindungsstudien wurden 2,5 mg als niedrigst wirksame Dosis erkannt. Diese soll möglichst früh bei Beginn des Migränekopfschmerzes genommen werden; wenn der Patient darauf nicht anspricht, bringt Nachdosieren auch keinen Nutzen. Falls die Migräne nach einer Besserung erneut aufflammt, kann eine zweite Tablette genommen werden.
In drei multizentrischen Studien mit etwa 2700 Patienten war Frovatriptan einem Placebo signifikant überlegen. Nach zwei Stunden besserten sich die Schmerzen bei 37 bis 46 Prozent unter Verum gegenüber 21 bis 27 Prozent unter Placebo. Eine völlige Schmerzlinderung erzielten in dieser Zeit 9 bis 14, unter Placebo 2 bis 3 Prozent der Patienten. Die maximale Wirksamkeit wird innerhalb von vier Stunden erreicht; rund die Hälfte bis zwei Drittel der Patienten sprachen auf das Medikament an.
Die Häufigkeit eines Wiederkehrkopfschmerzes innerhalb eines Tages lag bei 10 bis 25 Prozent (im Durchschnitt 17 Prozent) und damit niedriger als bei anderen Therapien. Im Vergleich zu 100 mg Sumatriptan waren 2,5 mg Frovatriptan etwas weniger wirksam, aber auch Nebenwirkungen traten etwas seltener auf. Am häufigsten klagen die Patienten unter Schwindel, Müdigkeit, Parästhesien, Kopfschmerz und Hitzewallungen. 
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