58 Lipidsenker

 Ezetimib Ezetrol® Tabletten (MSD/Essex)

Ezetimib ist ein neuer Lipidsenker, der seit 15. November 2002 unter der Handelsbezeichnung Ezetrol® Tabletten von MSD/Essex in den deutschen Markt eingeführt wurde.
Die Cholestrolspiegelsenkung beruht auf einer intestinalen Resorptionshemmer von Cholesterol aus Nahrung und Gallensaft. Die Resorption von Triglyceriden und fettlöslichen Vitaminen wird nicht beeinflusst. Der genaue Wirkungsmechnismus ist noch nicht endgültig geklärt. Wahrscheinlich werden die Transportersysteme in der Darmwand für Cholesterol gehemmt. Damit unterscheidet sich der Wirkungsmechanismus von Ezetimib grundsätzlich von dem der Anionenaustauscherharzen, wie zum Beispiel Cholestyramin (u.a. Quantalan®), oder des Lipasehemmers Orlistat (Xenical®), der zwar nur zur Behandlung einer Adipositas zugelassen wurde aber als Nebenwirkung aufgrund seiner Fettresorptionsverhinderung auch eine Lipidsenkung zeigt. Ezetimib und sein Glucuronid unterliegen einem enterohepatischen Kreislauf, so dass es mehrfach zur Hemmung der Cholesterolresorption zur Verfügung steht.
Mit der empfohlenen Dosierung von 10 mg täglich, die durch die lange Halbwertszeit von 24 Stunden möglich ist, konnte in zwei multizentrischen, randomisierten, doppelblinden Placebo-kontrollierten Studien mit 1719 Patienten mit primärer Hypercholesterolämie die Wirksamkeit nachgewiesen werden. Ezetimib senkte die Plasmakonzentration von LDL-Cholesterol nach zwei Wochen um 17,4 Prozent vom Ausgangswert. In weiteren Studien wurden ähnliche Ergebnisse erzielt. Der HDL-Wert stieg durchschnittlich allerdings nur um 3,5 Prozent an. Die Triglyceridwerte wurden nicht beeinflusst. Um LDL-Werte in den Normbereich zu senken, ist eine Monotherapie mit Ezetimib oft nicht ausreichend, deshalb scheint eine Kombination mit einem CSE-Hemmer aufgrund der unterschiedlichen Wirkungsmechanismen sinnvoll, was durch klinische Studien bestätigt wurde.
Bei den Nebenwirkungen stehen gastrointestinale Beschwerden wie Durchfall und Magenschmerzen im Vordergrund (bis 4 Prozent). Mit wesentlich geringerer Inzidenz (0,5 Prozent) wird ein Anstieg der Transaminasewerte beobachtet. Deshalb sollte die Leberfunktion während der Anwendung Ezetimib kontinuierlich überwacht werden. Myopathien oder Rhabdomyolysen, die bei Statinen austreten können, wurden unter Ezetimib-Montherapie erwartungsgemäß bisher nicht beobachtet. 
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