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NEUE ARZNEISTOFFE

68 Osteoporosemittel


Teriparatid (Forsteo® Zylinderampullen, Lilly)

Mit Teriparatid (rhPTH 1-34) steht eine Osteoporose-Therapie zur Verfügung, die zu einer Vermehrung von Knochensubstanz führt und verloren gegangene Mikrostrukturen wieder herstellen kann. Teriparatid wirkt also osteoanabol, im Gegensatz zu den heute gebräuchlichen Bisphosphonaten, die antiresorptiv wirken. Teriparatid ist die verkürzte, rekombinate Form des humanen Parathormons, das physiologisch aus der Nebenschilddrüse freigesetzt wird und 84 Aminosäuren umfasst. Offensichtlich ist das Pharmakophor die Sequenz 1 bis 34, die mit Teriparatid als Therapeutikum angeboten wird. Zusammen mit Calcitonin und Vitamin D reguliert das Parathormon den Calciumspiegel des Körpers: Nimmt die Calciumkonzentration im Blut an, wird die Sekretion des Parathormons gesteigert. Ziel ist es, den Serumcalciumspiegel selbst bei calciumarmer Ernährung aufrecht und Stabil zu halten.Dabei steigert Parathormon in der Niere die Calciumrückresorption aus dem Primärharn. Außerdem fördert es die Bildung von Calcitriol, der aktiven Form des Vitamin D, das die Calciumaufnahme aus dem Darm fördert. Außerdem kommt es im Knochen über die Aktivierung der Osteoklasten zu einer erhöhten Knochenresorption und damit zu einer gesteigerten Calciumfreisetzung. Neben dieser katabolen Funktion hat Parathormon und damit auch das Teriparatid auch eine osteoanabole Wirkung. Es stimuliert die Proliferation und Differenzierung der Osteoblasten. Erreicht wird dies über eine intermittierende Applikation geringer Dosen. Bei einer Osteoporose-Therapie wird 20 μg Teriparatid einmal täglich subcutan in den Oberschenkel oder in den Unterleib injiziert. Es kommt zu einer Vermehrung der Knochensubstanz und einer Wiederherstellung der Mikrostrukturen, wobei das Verhältnis von Kollagen zu Mineral in den neu gebildeten Knochen normal ist. In einer randomisierten Doppelblindstudie mit 1637 Frauen mit einer postmensopausalen, fortgeschrittenen Osteoporose zeigte die Teriparatid-Behandlung, dass das Trabekelvolumen gegenüber Placebo um 60 Prozent zunahm und die Häufigkeit mittelschwerer und schwerer Wirbelkörperfrakturen um 90 Prozent abnahm. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Teriparatid darf nicht angewandt werden, wenn eine Hypercalcämie oder eine schwere Niereninsuffizienz vorliegt. Außerdem sind metabolische Knochenkrankheiten wie zum Beispiel Morbus Paget oder Hyperparathyreoidismus absolute Kontraindikationen. Aufgrund der bisher vorliegenden Erkenntnisse sollte die Therapiedauer 18 Monate nicht überschreiten. In einem zweijährigen Tierversuch an Ratten wurden in dosisabhängiger Häufigkeit Osteosarkome und andere Knochentumore beobachtet . In einer zweiten Studie ließ sich bei Jungtieren keine Schwellendosis bestimmen, während ausgewachsene Ratten nur unter der 20fachen therapeutischen Konzentration nicht aber unter der dreifachen Tumore entwickelten. Eine abschließende Risikobewertung bei Menschen kann zurzeit noch nichtabschließend vorgenommen werden. In den durchgeführten klinischen Studien über 17 bis 18 Monate wurden allerdings bisher keine Osteosarkome beobachtet.


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