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NEUE ARZNEISTOFFE

86 Zytostatika


Yttrium-90-markiertes Ibritumomab-Tiuxetan, (Zevalin® Kit, MedacSchering)

 

Mit Zevalin steht ab April 2004 in Deutschland ein Radioimmuntherapeutikum (RIT) zur Verfügung, das zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einem nach einer Behandlung mit Rituximab rezidivierenden oder refraktären CD 20-positiven follikulären Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) vom B-Zell-Typ zugelassen wurde. Der Kit enthält eine Durchstechflasche mit 3,2 mg Ibritumomab-Tiuxetan, einer Flasche mit Yttrium-90-chlorid, einer Natriumacetat- und einer Formulierungspuffer-Durchstechflasche. In 5 Schritten wird aus den erwähnten Einzelbestandteilen des Kits das Yttrium-90-markierte Ibritumomab-Tiuxetan hergestellt.

 

Das Wirkprinzip des RITs ist in erster Linie der reine Betastrahler Yttrium-90, der durch den Chelator Tiuxetan stabil an Ibritumomab, einem murinen, sich gegen CD 20-Oberflächenantigene richtenden Antikörper, gekoppelt ist. Durch die direkte Kopplung des Antikörpers auf den malignen aber auch nicht maligen CD 20 tragenden B-Zellen, werden mit der herkömmlichen Strahlentherapie nicht möglichen Strahlendosen hochspezifisch und unter Schonung gesunden Gewebes an den Tumor appliziert. Damit ist die Immuntherapie mit der Strahlentherapie kombiniert. Die Antikörper dienen aber primär als Träger, um den Betastrahler Yttrium-90 an die Lymphomzellen zu bringen und diese durch hohe, örtlich eingesetzte Strahlendosen zu zerstören. In klinischen Studien hat Zevalin gegenüber Iod-131-gekoppelte Antikörper Vorteile aufgewiesen. Die Halbwertszeit ist deutlich kürzer und die Urinausscheidung gering. Aufgrund der größeren Reichweite der ß-Strahlung werden im Tumor auch schlecht zugängliche Tumorbereiche, sowie benachbarte nicht Antigen-exprimierende maligne Zellen zerstört, was als Kreuzfeuereffekt charakterisiert wird. Experten beurteilen das neue RIT als äußerst sicher und die einfache Handhabung mit nur einer i.v.-Applikation als wesentliche Erleichterung bei der Therapie von Patienten mit B-Zell-Lymphomen.

 

In klinischen Studien hat die Therapie mit Yttrium-90-markierten Ibritumomab-Tiuxetan bei vorbehandelten Patienten mit refraktärem oder rezidivierendem B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom zu Ansprechraten von 70 bis 80 Prozent und zu Komplettremissionsraten von 30 bis 45 Prozent geführt. Im Vergleich dazu konnte Rituximab nur bei 16 Prozent eine Komplattremission erreichen. Bei Patienten mit kompletter Remission wurde in verschiedenen Studien eine mediane Remissionsdauer von 23 Monaten beobachtet. Einige Patienten blieben sogar länger als fünf Jahre progressionsfrei.


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