67 Ophthalmika

 Olopatadin (Opatanol® Augentropfen, Alcon Pharma)

Olopatadin-Augentropfen sind zur Behandlung okulärer Anzeichen und Symptome der saisonalen Konjunktivis zugelassen. Die verschreibungspflichtigen Augentropfen enthalten pro Milliliter 1 mg Olopatadin als Hydrochlorid und sind als 5-ml-Flasche erhältlich.
Der selektive H1-Rezeptorblocker hemmt die Wirkung von Histamin und verhindert die Histamin-induzierte Produktion entzündungsfördernder Zytokine konjunktivaler Epithelzellen. Zudem lassen Daten aus In-vitro-Studien darauf schließen, dass die Substanz direkt auf die Mastzellen der menschlichen Bindehaut wirkt, wodurch die Ausschüttung entzündungs-fördernder Mediatoren inhibiert wird.
Wie andere topisch angewendete Arzneimittel wird auch Olopatadin systemisch resorbiert, allerdings nur in sehr geringem Ausmaß. So sind die Plasmakonzentrationen 50- bis 200-mal geringer als diejenigen nach gut verträglicher peroraler Gabe.
Olopatadin hat eine Plasmahalbwertszeit von acht bis zwölf Stunden. Die Substanz wird vorwiegend über die Nieren ausgeschieden, wobei sich etwa 60 bis 70 Prozent der Dosis im Urin als unver-änderter Wirkstoff wiederfinden. In geringen Konzentrationen wurden die Metaboliten Mono-Desmethyl-Olopatadin sowie eine N-Oxid-Verbindung nachgewiesen.
Da der Wirkstoff im Urin vorwiegend als unveränderte aktive Substanz ausgeschieden wird, ist seine Pharmakokinetik bei eingeschränkter Nierenfunktion verändert. So zeigten sich im Plasma von Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (mittlere Creatinin-Clearance 13 ml/min) 2,3-mal so hohe Spitzenkonzentrationen wie bei gesunden Erwachsenen. Bei Dialyse-Patienten (ohne Urinauss-cheidung) waren die Plasmakonzentrationen nach peroraler Gabe von 10 mg Olopatadin am Tag der Hämodialyse signifikant niedriger als am Tag ohne Hämodialyse, was darauf hindeutet, dass die Substanz durch Hämodialyse ausge-schieden wird.
Mit Olopatadin wurden keine klinischen Studien zu Wechselwirkungen durchgeführt. In-vitro-Studien zeigten, dass die Substanz nicht mit den Cytochrom-P-450-Isozymen 1A2, 2C8, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4 interagiert. Daher scheinen Wechselwirkungen mit gleichzeitig angewendeten Wirkstoffen un-wahrscheinlich.
Die Zulassung beruht auf klinischen Studien mit rund 950 Patienten, in denen Olopatadin als Monotherapeutikum oder kombiniert mit 10 mg Loratadin ein- bis viermal täglich bis zu vier Monate lang in beide Augen getropft wurde. Dabei wurden keine schwerwiegenden ophthalmologischen oder systemischen Nebenwirkungen beobachtet. Als häufigste behandlungsbedingte Nebenwirkung mit einer Häufigkeit von 0,9 Prozent gaben die Patienten Jucken und Brennen der Augen an. Weitere unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie verschwommenes Sehen, trockener Mund, Rhinitis und Erythem traten sehr selten auf.
Im Abstand von acht Stunden sollte zweimal täglich ein Tropfen in den Bindehautsack des betroffenen Auges getropft werden. Für Kinder ab drei Jahren kann die gleiche Dosierung wie für Erwachsene angewendet werden. Die Behandlung kann, falls notwendig, bis zu vier Monate fortgesetzt werden.
Olopatadin sollte ein oder zwei Wochen vor dem zu erwartenden Beginn der Augensymptome und anschließend die ganze Saison hindurch angewendet werden, um so vorhersehbaren, jahreszeitlich auftretenden allergischen Symptomen an den Augen vorzubeugen.
Da die Augentropfen Benzalkoniumchlorid enthalten, ist bei häufiger oder langfristiger Anwendung eine engmaschige Überwachung bei Patienten mit Sicca-Syndrom oder vorgeschädigter Hornhaut angezeigt. Patienten, die Kontaktlinsen benutzen, sollten nach dem Eintropfen der Lösung 10 bis 15 Minuten mit dem Einsetzen der Kontaktlinsen warten. Während des Tragens von Kontaktlinsen sollten Olopatadin-Augentropfen nicht angewendet werden. 
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