Govi-Verlag
Mylan dura

NEUE ARZNEISTOFFE

32 Dermatika


Nadifloxacin, Nadixa®- Creme (Dr. R. Pfleger)

 

 

Nadifloxacin ist ein Chinolon- Derivat mit einem breiten antibakteriellen Spektrum gegenüber grampositiven und gramnegativen Aerobiern sowie Anaerobiern. Die baterizide Wirkung von Nadifloxacin ist wie bei anderen Gyrasehemmern auf die Hemmung der bakteriellen Topoisomerase II und IV zurückzuführen. Beide Enzyme übernehmen bei der Replikation, Transkription und Reparatur der bakteriellen DNA eine Schlüsselfunktion. Die Nadifloxacin-Creme ist zugelassen zur äußerlichen Anwendung bei leichten bis mittelschweren Ausprägungen entzündlicher Formen der Akne vulgaris. Die Creme soll zweimal täglich, morgens und abends, nach Reinigung der Haut dünn auf die betroffenen Hautareale aufgetragen werden. Dabei soll die Auftragung mit einem Wattestäbchen und nicht unter Okklusivbedingungen erfolgen Die Behandlungsdauer beträgt im Allgemeinen bis zu acht Wochen und kann im Bedarfsfall auf 12 Wochen verlängert werden. Wie viel Nadifloxacin nach topischer Applikation resorbiert wird, ist nicht bekannt.

 

Bei Aknepatienten konnte allerdings ein höhere perkutane Resorption festgestellt werden, als bei Probanden mit gesunder Haut. In klinischen Studien konnte unter der Behandlung mit Nadifloxacin nachgewiesen werden, dass sich die Anzahl an Propionibacterium acnes und anderen Keimen in den Follikeln im Vergleich zur Kontrollgruppe, die nur mit einer Basiscreme behandelt wurde, signifikant verringert. Vergleichstudien mit anderen Produkten liegen bisher nicht vor. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Juckreiz, Wärmegefühl, Erythembildung, Kontaktdermatitis und Urtikaria. Da unter der Anwendung von Chinolonen nach systemischer Anwendung phototoxische Reaktionen auftreten können, wurde auch bei topischer Anwendung auf phototoxische und photoallergische Reaktionen geprüft. Bisher konnten keine Reaktionen beobachtet werden, trotzdem soll eine Bestrahlung mit künstlichem UV-Licht unter der Behandlung mit Nadifloxicin- Creme unterbleiben und die Exposition gegenüber Sonnenlicht vermieden werden, da keine Erfahrungen nach längerem Sonnenbad oder Bestrahlung mit künstlichem UV-Licht vorliegen..


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