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NEUE ARZNEISTOFFE

15 Antiepileptika


Zonisamid (Zonegran®, Kapseln, Eisai)

 

 

Das Antiepileptikum Zonisamid, das in Japan bereits seit 1989 auf dem Markt ist, ist in Deutschland seit Mitte Juni 2005 im Handel. Das Benzisoxazol-Derivat ist bei Erwachsenen zur Zusatztherapie fokaler (partieller) epileptischer Anfälle mit und ohne sekundäre Generalisierung zugelassen.

 

Trotz der Einführung mehrerer neuer Antiepileptika wird bei 20 bis 40 Prozent der Patienten das primäre Therapieziel der Anfallsfreiheit nicht erreicht. Große Hoffnungen werden daher auf Zonisamid gesetzt, da es in Studien bei diesen therapierefraktären Patienten Responderraten bis zu 50 Prozent erreichte. Der genaue Wirkungsmechanismus ist nicht geklärt. Zum einen scheint die Substanz auf spannungsabhängige Natrium- und Calciumkanäle zu wirken und so die synchronisierte neuronale Entladung zu unterbrechen. Als Folge wird die Verbreitung von Krampf-Entladungen reduziert und eine epileptische Aktivität unterbunden. Zum anderen vermutet man eine modulatorische Wirkung auf die GABA-vermittelte neuronale Inhibition.

 

Das Medikament muss der bestehenden Therapie hinzugefügt werden. Die empfohlene anfängliche Tagesdosis beträgt 50 mg; aufgeteilt in zwei Einzeldosen, die unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Nach einer Woche kann die Dosis auf 100 mg täglich und anschließend in wöchentlichen Abständen in Schritten von bis zu 100 mg erhöht werden. Dosierungen von täglich 300 bis 500 mg haben sich als wirksam erwiesen.

 

Das Antiepileptikum wird nach peroraler Einnahme nahezu vollständig resorbiert. Die lange Halbwertszeit von 63 Stunden erlaubt eine ein- oder zweimal tägliche Gabe bei konstanter Dosierung. Sowohl Halbwertszeit als auch der Zeitpunkt bis zum Erreichen der maximalen Plasmakonzentration (tmax = zwei bis fünf Stunden) bleiben in therapeutischen Dosierungen (200 bis 800 mg/Tag) konstant. Zonisamid wird hauptsächlich über die Niere, davon zu 15 bis 30 Prozent unverändert, ausgeschieden. Etwa 20 Prozent werden in einen antiepileptisch inaktiven Metaboliten umgewandelt. Der restliche Anteil wird durch CYP3A4 und CYP2D6 zu 2-Sulfamoylacetylphenol (SMAP) abgebaut.

 

Im Gegensatz zu einigen älteren Antiepileptika beeinflusst Zonisamid weder das Cytochrom-System relevant noch verändert es durch Autoinduktion die eigene Metabolisierung. Der Stoffwechsel von Carbamazepin, Valproat, Phenytoin und Lamotrigin bleibt unverändert.

 

Die Zulassung basiert auf vier placebokontrollierten Doppelblindstudien von bis zu 24 Wochen Dauer. Zonisamid wurde in einer Dosierung von täglich 300 bis 500 mg bei insgesamt 848 therapierefraktären Patienten mit einfach-fokalen und komplex-fokalen Anfällen mit und ohne sekundäre Generalisierung in Europa und den USA untersucht. Je nach Dosierung lag die Responderrate, das heißt, die Zahl der Patienten, bei denen sich die Zahl der Anfälle halbierte, zwischen 30 und 50 Prozent. Häufigste Nebenwirkungen waren Schläfrigkeit (17 Prozent), Schwindel (13 Schwindel) und Anorexie. Für die akzeptable Verträglichkeit von Zonisamid spricht die im Vergleich zu Placebo geringe Zahl an Patienten, welche die Studie abbrachen (12 versus 6 Prozent).


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