14 Antiemetika/Antivertiginosa

 Palonosetron (Aloxi® Injektion, Ribosepharm)


Seit der Einführung von Ondansetron haben Serotonin-5HT3-Antagonisten einen festen Platz in der Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei Patienten in einer emetogenen Chemotherapie. Nach Ondansetron, Dolasetron, Granisetron und Tropisetron kam im Juni 2005 mit Palonosetron der fünfte Vertreter dieser Wirkstoffklasse auf den deutschen Markt.
Die neue Substanz unterscheidet sich von ihren Vorgängern in der Pharmakokinetik. Sie hat eine längere terminale Halbwertszeit von 40 Stunden gegenüber 4 Stunden bei Ondansetron und 9 Stunden bei Granisetron. Sie bindet außerdem etwa 100-fach stärker an den 5HT3-Rezeptorsubtyp (pKi 10,45; Ondansetron 8,39, Dolasetron 7,7). Palonosetron ist zugelassen zur Prävention von akuter Übelkeit und Erbrechen bei stark emetogener Chemotherapie und zur Vorbeugung von akut und verzögert auftretenden Beschwerden bei mäßig emetogener Therapie. Vorteil für die Patienten: Palonosetron wird nur einmal pro Therapiezyklus als Bolus etwa 30 Minuten vor Beginn der Chemotherapie intravenös injiziert (250 µg). Auch Palonosetron kann mit Corticosteroiden wie Dexamethason kombiniert werden.
Der Neuling wird zu etwa 40 Prozent unverändert renal eliminiert, weitere 50 Prozent werden vorwiegend über CYP2D6 zu nahezu unwirksamen Metaboliten umgewandelt. Dennoch beeinflusst die gleichzeitige Gabe von CYP2D6-Inhibitoren oder -Induktoren die Clearance von Palonosetron nicht. Eine Dosisanpassung ist weder bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen und auch nicht bei älteren Menschen erforderlich.
Palonosetron wurde in zwei randomisierten Doppelblindstudien mit 1132 Patienten, die eine mäßig emetogene Therapie bekamen, gegen 32 mg Ondansetron und 100 mg Dolasetron getestet. Die Testsubstanz schützte vergleichbar gut wie Dolasetron und besser als Ondansetron vor akuter Übelkeit und Erbrechen. Primärer Endpunkt war das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen innerhalb von 24 Stunden. Überlegen war sie beim Schutz vor verzögertem Erbrechen (24 bis 120 Stunden nach der Chemotherapie, sekundärer Endpunkt). In einer Doppelblindstudie mit 667 Patienten unter hoch emetogener Therapie war Palonosetron ebenso wirksam wie Ondansetron gegen akute Beschwerden. An den Folgetagen wirkte der Neuling etwas besser und die Zeit bis zum ersten Erbrechen war länger.
Häufigste Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen und Obstipation. Patienten mit bekannter Obstipation oder Verdacht auf einen subakuten Ileus sollten daher überwacht werden. In einer offenen Verlängerungsstudie mit 875 Patienten, die bereits an einer der Phase-III-Studien teilgenommen hatten, blieben Sicherheit und Wirksamkeit von Palonosetron über vier Chemotherapiezyklen erhalten. 
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