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Celesio: DocMorris muss weg

WIRTSCHAFT

 
Celesio

DocMorris muss weg


Von Daniel Rücker / Der Stuttgarter Pharmagroßhändler Celesio will seine Versandapotheke DocMorris verkaufen. Das berichtete die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«.


Der Verkauf des niederländischen Versenders soll offenbar eine vertrauensbildende Maßnahme gegenüber der Apothekerschaft sein. Der neue Celesio-Vorstands-Chef Markus Pinger setzt wieder stärker auf ein partnerschaftliches Verhältnis zu den Apothekern. Darauf lässt auch das vertrauliche Gespräch mit Vertretern von ABDA und Deutschem Apothekerverband vor einigen Tagen schließen.




Für die Versandapotheke DocMorris wird ein Käufer gesucht.

Foto: picture alliance


Pingers Vorgänger Fritz Oesterle hatte 2007 mit dem Kauf der Versand­apotheke DocMorris die Geschäfts­beziehungen zu seinen wichtigsten Kunden erheblich belastet. Als dann noch deutlich wurde, dass Celesio das von DocMorris angestrengte Verfahren zum Fremdbesitz vor dem Europä­ischen Gerichtshof (EuGH) fortführen wollte, war der Faden endgültig überspannt. Nach­dem der EuGH das deutsche Fremd­besitz­verbot bestätigt hatte, begann Oesterles Stern zu sinken. Der Manager hatte sich offensichtlich verzockt. Im Sommer 2011 nahm er seinen Hut. Pinger kam von Beiersdorf zu Celesio. Neben DocMorris will Celesio auch die Töchter Movianto und Pharmexx verkaufen.

 

Den Verkauf von DocMorris will Celesio laut »Frankfurter Allgemeiner Zeitung« möglichst schnell abwickeln. Noch in diesem Jahr soll der Versender versilbert werden, für einen dreistelligen Millionenbetrag. Offen ist noch, ob nur die niederländische Apotheke oder auch der Name DocMorris abgeben wird. Unter dem Label firmiert bislang auch eine von Celesio betriebene Apothekenkooperation. Der Verlust des bekannten Namens wäre für diese ein schwerer Schlag.

 

Pingers Kurswechsel ist dringend notwendig, denn Deutschlands zweitgrößter Pharmagroßhändler Celesio ist 2011 nur haarscharf um rote Zahlen herumgekommen. Unter dem Strich verbuchte das MDax-Unternehmen 6,1 Millionen Euro Jahresergebnis. Im Jahr 2010 waren es noch 265 Millionen Euro gewesen. Darüber informierte der Konzern am Dienstag in Stuttgart. Die seit 2007 zu Celesio gehörige Internet-Versandapotheke DocMorris, die den traditionellen Apothekerkunden des Unternehmens ein Dorn im Auge ist, soll nun wieder verkauft werden. Der Umsatz des Unternehmens stagnierte 2011 bei 23 Milliarden Euro. Die Mit­arbeiterzahl – umgerechnet auf Vollzeitstellen – stieg dagegen zum Jahresende leicht von 36 441 auf 36 670. / 


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Beitrag erschienen in Ausgabe 13/2012

 

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