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Großhandel: Gewinn sinkt bereits ohne AMNOG

 

Die Halbjahreszahlen des pharmazeutischen Großhandels zeigen einen deutlichen Einbruch des Gewinns – und das, bevor das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts (AMNOG) überhaupt in Kraft getreten ist. Nach Angaben des Großhändler-Verbands Phagro lag der Ertrag vor Steuern im Jahr 2009 bei 172 Millionen Euro, wie eine Auswertung des Kölner Instituts für Handelsforschung gezeigt habe. In der ersten Hälfte 2010 kamen die Großhändler nur auf 59 Millionen Euro. Die Aussichten für die zweite Jahreshälfte schätzt der Phagro eher schlechter ein. Der Gesamtertrag dürfte «kaum über 100 Millionen Euro liegen», heißt es in einer Pressemitteilung. Laut Phagro sank die Gewinnspanne damit um rund einen Prozentpunkt seit Halbierung der Spanne im Jahr 2004. Sie liegt mittlerweile bei 5,39 Prozent. Als Gründe nennt der Phagro die degressive Handelsspanne, die Kappung der Spanne bei 6 Prozent bei teuren Medikamenten sowie allgemeine Sparmaßnahmen am Arzneimittelmarkt wie Preismoratorium, Rabattverträge und Festbetragsregelungen.

 

Mit dem AMNOG, das am 1.1.2011 in Kraft treten wird, sollen 200 Millionen Euro beim Großhandel eingespart werden. «Schon bei den auf 2009 basierenden Ertragszahlen hätte dieses Volumen den gesamten Gewinn der Branche überstiegen», heißt es beim Phagro. Die neuen Halbjahreszahlen würden die Dramatik der Situation belegen. «Mit einer Umsatzrendite von nur noch 0,5 Prozent und einem erwarteten Ertrag vor Steuern von etwa 100 Millionen Euro lassen sich die geforderten Sparmaßnahmen nicht aus dem verbleibenden Gewinn umsetzen.» Bereits in der Diskussion um das AMNOG hatte der Großhandel angekündigt, die Einsparungen auf die Apotheken durch Rabattkürzungen umzulegen. Dazu äußert sich der Verband in der aktuellen Mitteilung nicht. (db)

 

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09.12.2010 l PZ

Foto: Fotolia/L.S.